Knochen: Weniger Gelenk-Operationen bei Rheuma

23.09.2013
Foto: Rheuma

Die Behandlung von rheumatischen Gelenken muss nicht unbedingt durch eine Operation erfolgen; © panther-
media.net/Sebastian Kaulitzki

Menschen mit entzündlichem Rheuma müssen sich seltener einer Gelenkoperation unterziehen als noch vor zehn Jahren. Vor allem die Zahl vorsorglicher Eingriffe, wie die Entfernung von entzündetem Gewebe in den Gelenken, geht zurück.

Vor etwa zehn Jahren mussten sich noch bis zu 60 Prozent der Menschen mit entzündlichem Rheuma einer Gelenk-Operation unterziehen. „Heute verlaufen rheumatische Entzündungen der Gelenke weniger aggressiv, so dass wir die Betroffenen deutlich seltener operieren müssen“, sagt Dr. Harald Dinges vom Westpfalz-Klinikum. Denn moderne Therapien wie Biologika, aber auch die frühzeitige Anwendung klassischer Basistherapeutika verbessern den Krankheitsverlauf entscheidend. Insbesondere die Zahl präventiver Eingriffe wie die Synovialektomie sei rückläufig. Hierbei entfernen Ärzte entzündete Gelenkschleimhäute, um Patienten von schmerzhaft geschwollenen Gelenken zu befreien.

Der Einsatz künstlicher Gelenke ist dementgegen nahezu stabil geblieben. In Deutschland bekommen jährlich etwa 25 000 Menschen mit RA eine Endoprothese. „Vor allem bei ihnen kann es aufgrund des geschwächten Immunsystems bei einer Gelenkersatz-Operation zu Wundheilungsstörungen und Infektionen kommen“, weiß Prof. Stefan Rehart, Präsident der DGORh vom Agaplesion Markus Krankenhaus, Frankfurt am Main. Um diese Komplikationen zu verhindern, sammelt das DGORh-Register in einer groß angelegten Studie über die nächsten fünf Jahre Daten zur optimalen Medikamentengabe vor, während und nach einer Operation.

Mittelfristig sei damit zu rechnen, dass auch der Einsatz von Endoprothesen zurückgeht, prognostiziert Prof.Wolfgang Rüther vom Klinikum Bad Bramstedt und der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf, Vorsitzender der Kommission ‚Rheumaakademie‘ der DGORh. Es sei daher wichtig, dass Orthopäden und Unfallchirurgen umdenken: „Wir müssen neben dem bisher vorrangig operativen Schwerpunkt den konservativen sehr viel deutlicher betonen“, fordern die DGORh-Experten.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.