Erhalten Patienten mit einem Diabetes mellitus Insulin, dann bezahlen sie das oft mit einer Gewichtszunahme. Vergleichende Studien legen nahe, dass die Gewichtszunahme bei Umstellung auf Insulinanaloga- gegenüber Humaninsulingabe geringer ist.

In einer Studie haben Wissenschaftler vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Köln nun eine Subgruppe von Patienten miteinander verglichen, die nach initial oral-antidiabetischer Medikation (OAD) im Jahr 2004 auf Humaninsulin oder Humaninsulinanaloga umgestellt wurden. Dabei werteten sie Pflichtdokumentationsdaten der Ärzte aus. Ihre Ergebnisse stellten die Kölner jetzt beim 113. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden vor.

Die beobachteten etwa 1.500 Patienten entstammen einer überwiegend hausärztlich betreuten Diabetikerpopulation. Im multivariaten Modell zeigten sich in beiden Umstellungsgruppen am Ende des knapp zweijährigen Beobachtungszeitraumes Gewichtszunahmen.

Unter Humaninsulin nahmen die Männer durchschnittlich 2,2 Kilogramm zu, Frauen 1,9 Kilogramm. Die entsprechenden Werte für die Humaninsulinanaloga: Männer: 1,0 Kilogramm, Frauen: 0,75 Kilogramm. Die geringere Gewichtszunahme in der Insulinanalogagruppe ist jedoch vor dem Hintergrund zu sehen, dass diese Patienten bereits ein um etwa ein Kilogramm höheres mittleres Ausgangsgewicht hatten als die auf Humaninsulin umgestellten Gruppen.

Möglicherweise begünstigt also die Gewichtssituation der auf Insulin umzustellenden Patienten selbst das ärztliche Verordnungsverhalten, indem sie bei solchen Patienten Insulinanaloga bevorzugen. Somit lassen die Daten aus Nordrhein keinen unmittelbaren Rückschluss auf einen Gewichtsvorteil von Insulinanaloga gegenüber Humaninsulin zu.

MEDICA.de; Quelle: 113. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)