Der Befund stammt aus dem MITRA-plus-Register, dem größten europäischen Herzinfarktregister. Erhoben wurde er von 398 Herzkliniken und ausgewertet am Institut für Herzinfarktforschung, der offiziellen Datenbank der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), der European Society of Cardiology (ESC) und der Deutschen Herzstiftung. Eingeschlossen waren etwa 36.400 Patienten mit einem akuten Herzinfarkt. Erfasst wurde jeweils der Beginn eines Herzinfarkts - das heißt der tatsächliche Beginn der Beschwerden und nicht etwa die eventuell verzögerte Aufnahme in die Klinik - in Abhängigkeit von gesetzlichen und privaten Feiertagen.

In den Tagen vom 20. bis 22. Dezember beträgt die Infarkthäufigkeit noch unterdurchschnittliche 99 Prozent. Ab dem 23. Dezember sinkt sie dann um ganze zehn Prozent. Dieser Befund kommt nach Aussagen von Prof. Dr. Jochen Senges, Direktor des Instituts für Herzinfarktforschung Ludwigshafen an der Universität Heidelberg, völlig unerwartet, weil andere Festtage wie zum Beispiel der eigene Geburtstag vor allem bei Männern mit einer deutlich höheren Infarktquote verbunden sind.

Entscheidend für die meisten tages- und jahreszeitlichen Schwankungen beim Auftreten eines Herzinfarkts sind vor allem Änderungen im vegetativen Nervensystem mit Erhöhung des Sympathikotonus und mit einem Nachlassen des Vagotonus. Das bedeutet eine Zunahme von Stress, und dieser wiederum ist einer der Auslösefaktoren für den akuten Herzinfarkt. Schon deshalb wäre zu erwarten gewesen, dass zu Weihnachten - ähnlich wie bei Geburtstagen - die Herzinfarktrate zunimmt.

MEDICA.de; Quelle: Stiftung Institut für Herzinfarktforschung Weihnachten 2007