Weniger Komplikationen bei der OP

Foto: Arzt am DaVinci Roboter

Ein Arzt bedient den Operations-
roboter DaVinci; © Uni Heidelberg

Die Urologische Universitätsklinik Heidelberg hat das Verfahren bereits 2004 erfolgreich etabliert. Primäres Einsatzgebiet sind Prostataentfernungen, die Urologen benutzen "DaVinci" aber auch für Eingriffe an Blase, Nieren und Samenleitern. Bisher wurden in Heidelberg 400 totale Prostataentfernungen mit dem "DaVinci" durchgeführt.

Entscheidend für die Bewahrung von Kontinenz und Potenz ist vor allem der Erhalt der Nerven. Von den robotischen Prostatakrebsoperationen wurden in Heidelberg 75 Prozent nervenerhaltend durchgeführt. Die Operationsdauer betrug 120 bis 150 Minuten und die Patienten waren durchschnittlich fünf Tage im Krankenhaus. Durch die Operationstechnik wird eine Kontinenzrate von 95 Prozent erreicht. Blutersatzprodukte mussten nur bei zwei Prozent der Patienten verabreicht werden. Der Wechsel zur konventionellen Schnittoperation war bei weniger als ein Prozent der Operationen nötig.

"DaVinci" ist kein selbständiger Roboter, sondern nur der Übermittler, der die Bewegungen des Chirurgen an der Bedienkonsole in präzise Aktionen der Operationsinstrumente im Bauch des Patienten umsetzt. Dabei rechnet der Computer relativ große Handbewegungen in minimale Positionsänderungen der Instrumente um und ermöglicht so ein exaktes Vorgehen. So kann der Chirurg trotz "Schlüssellochchirurgie" fast so arbeiten, als hätte er die Bauchhöhle mit einem großen Schnitt eröffnet.

Leidet der Patient an einem Prostatatumor, muss die Prostata meist entfernt werden. Direkt nach der Operation kommt es bei vielen Patienten zu unfreiwilligem Harnabgang, sie sind vorrübergehend inkontinent. Bei Risikopatienten kann diese Harninkontinenz sogar bestehen bleiben.

Die Heidelberger Urologen haben eine sogenannte "blasenhalserhaltende" Operationstechnik entwickelt, bei der nicht nur der äußere, sondern auch der innere Schließmuskel der Blase erhalten bleibt. Eine Studie soll nun klären, ob die "DaVinci"-Technik dazu beitragen kann, die Blasenkontrolle nach radikaler Prostataentfernung weiter zu verbessern."

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg