Dies behauptet eine Arbeitsgruppe die 187 übergewichtige Personen untersuchte, darunter 161 Frauen. Alle Probanden hatten einen Body Mass Index von 40,6 kg/m2 und waren im Durchschnitt 45 Jahre alt. Mit Hilfe des "Impact of Weight on Quality of Life questionnaire" ermittelten sie die sexuelle Lebensqualität der Studienteilnehmer. Zu den sechs untersuchten Parametern sexueller Zufriedenheit gehörten unter anderem das sexuelle Verlangen, die Zufriedenheit damit, sich nackt betrachten zu lassen und der Spaß am Geschlechtsverkehr.

Zu Beginn der Studie und dann zwei Jahre lang jeweils im Dreimonatsabstand wurde das Gewicht erhoben und der Fragebogen ausgefüllt. Am Anfang gaben 67 Prozent der Teilnehmer zu Protokoll, sich zumindest manchmal unattraktiv zu finden. Unter dem Strich hatten sie eine deutlich geringere sexuelle Zufriedenheit als Vergleichspersonen mit einem geringeren BMI.

Mit Hilfe eines Programms zur Gewichtsreduktion verloren die Probanden innerhalb des ersten Jahres 17,5 Prozent an Gewicht. Über zwei Jahre lag der Gewichtsverlust bei 13,1 Prozent. Alle sechs Parameter der sexuellen Zufriedenheit besserten sich während des Zeitraums der Gewichtsabnahme signifikant (p kleiner 0.001). Am stärksten assoziiert mit dem Gewichtsverlust war die Einschätzung der eigenen Attraktivität. Der Prozentsatz jener Frauen, die bei bestimmten Aspekten der Sexualität zumindest "manchmal" Probleme hatten, sank während der zwei Jahre um 50 Prozent. Am stärksten wirkte sich die Zunahme der sexuellen Zufriedenheit bei einem Gewichtsverlust von ungefähr elf Prozent aus.

Nach Ansicht der Studienautoren zeigt diese Untersuchung auch, dass das Stereotyp nicht stimmt, wonach übergewichtige Männer vor allem körperliche Probleme mit ihrem Gewicht haben, übergewichtige Frauen dagegen hauptsächlich emotionale Probleme.

MEDICA.de; Quelle: North American Association for the Study of Obesity (NAASO) 2005 Annual Scientific Meeting, Abstract 59-OR