Weniger Tierversuche durch Ultraschall

Foto: Tabletten

Bevor Krebsmedikamente zuge-
lassen werden, sind Tierversuche
notwendig; © Picture Disk

Der Vorteil beim Ultraschall: Im Gegensatz zu Röntgenstrahlen schaden die Schallwellen dem Körper nicht. Für die Untersuchung von Kleintieren wie Mäusen hat sich die Ultraschalldiagnostik allerdings noch nicht etabliert: Da die Maus sehr viel kleiner ist als ein Mensch, muss die Auflösung der Aufnahmen entsprechend höher sein, um beispielsweise Tumore erkennen zu können.

Auch die Geschwindigkeit, mit der die Aufnahmen gemacht werden, spielt bei der Untersuchung von Mäusen eine entscheidende Rolle: Ein Mäuseherz schlägt etwa fünfmal so schnell wie ein menschliches, es müssen daher fünfmal so viele Aufnahmen gemacht werden wie beim Menschen.

"Wollen wir die Anzahl der Versuche verringern, müssen wir die nicht-invasiven Untersuchungen am Kleintier verbessern - etwa Ultraschall", sagt Doktor Robert Lemor, Abteilungsleiter am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in Sankt Ingbert.

Die Forscher haben nun ein hochfrequentes Ultraschallgerät entwickelt, das speziell auf Kleintiere zugeschnitten ist. "Die Aufnahmerate des neuen Geräts ist hundertmal höher als bei herkömmlichen Geräten, und auch die Auflösung und der Kontrast sind wesentlich besser", sagt Lemor. Während übliche Geräte für den Einsatz am Kleintier aus einem Ultraschallwandler bestehen, der sich mechanisch über die Tiere hinwegbewegt, steuert das neue Gerät viele kleine Ultraschallwandler elektronisch an.

"Das Gerät wurde speziell für Mäuse ausgelegt", sagt Lemor. "Der Vorteil: Die Untersuchung schadet den Tieren nicht, sie können täglich untersucht werden. Die Zahl der Versuchstiere lässt sich so deutlich reduzieren.“

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft