Vor 20 Jahren wurde in Schweden das erste Kind geboren, das künstlich gezeugt wurde. Seitdem hat sich in diesem Land die Politik hinsichtlich in-vitro-Fertilisationen verändert: Die Zahl der befruchteten Embryonen, die man in den Uterus verpflanzte, wurde in den 90er Jahren von drei auf zwei gesenkt. Eine Studie sollte nun untersuchen, inwiefern dies Auswirkungen auf die Zahl der Mehrlingsschwangerschaften und die Zahl der Frühgeburten hat.

Schwedische Mediziner untersuchten die Zahlen aller 17 Fertilisationskliniken in ihrem Land aus den Jahren 1982 bis 2001. Dies waren exakt 13.261 Geburten mit 16.280 Kindern. Die Daten dieser Kinder, die durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden, hat man dann mit den Daten von Kindern verglichen, die im gleichen Zeitraum natürlich gezeugt wurden.

Unter den künstlich gezeugten Kindern waren im Jahre 1991 29 Prozent Zwillinge. Nachdem man die Zahl der implantierten Embryonen auf zwei reduzierte, sank die Zahl der Zwillingsgeburten dann auf 18,5 Prozent im Jahre 2001.Damit konnte auch die Zahl der Frühgeburten drastisch gesenkt werden. 1991, als man noch drei Embryonen einpflanzte, lag das Risiko einer Frühgeburt um das 9,41fache über dem normalen Frühgeburtsrisiko. Nachdem man bestimmte Risikofaktoren herausgerechnet hatte wie Alter der Mutter, Jahre der ungewollten Kinderlosigkeit etc. lag das relative Risiko noch immer bei 4.63.

2001 lagen die entsprechenden relativen Risiken bei 2.15 beziehungsweise 1.33 nach Herausrechnung der Risikofaktoren. Das heißt: Das Risiko einer Frühgeburt hatte sich fast jenem der Gesamtbevölkerung angeglichen.

Zur Zeit denkt man in Schweden offenbar darüber nach, die Zahl der transferierten Embryonen auf einen zu senken. Vorläufige Daten zeigen, dass dies die Schwangerschaftsrate nur wenig beeinflusst, aber das Risiko einer Frühgeburt weiter absenkt.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 331, S. 382-383