Wissenschaftler der TU Graz und der Karl-Franzens-Universität Graz wollen diese Technologie im Rahmen der Fortsetzung des EU-Projekts „PRESENCCIA“ (Research Encompassing Sensory Enhancement, Neuroscience, Cerebral-Computer Interfaces and Applications) entscheidend weiter entwickeln.

Das Team aus Computer- und Neurowissenschaftlern untersucht, wie das menschliche Gehirn „virtuelle“ Realitäten, wie sie etwa beim Neurofeedback zum Einsatz kommen, wahrnimmt. „Der Begriff 'presencia' bedeutet 'Gegenwartserleben' und bezeichnet die Neigung von Personen, auf nicht reale Reize so zu reagieren, also ob diese wirklich wären“, erläutert Gert Pfurtscheller vom Institut für Semantische Datenanalyse der TU Graz.

Bevor beispielsweise eine Person mit Handicap eine Prothese bekommt, kann sie über BCI-Technologie die neue Situation mit Hilfe von „virtuellen Körperteilen“ trainieren. Die Simulation und ein entsprechendes „Feedback“ des Computers helfen dabei, die richtigen Denkmuster rascher zu erlernen, die für das Ausführen bestimmter Bewegungen notwendig sind. Die Rehabilitationsphase kann sich dadurch entscheidend verkürzen.

„Wir wollen mit unserer Forschungsarbeit die Gehirnmechanismen verstehen lernen, die wesentlich zur Verbesserung dieses Gegenwartsgefühls und den damit verbundenen Interaktionen in virtuellen Realitäten beitragen“, erläutert Pfurtscheller die Zielsetzung des Projekts. Die Forscher erschließen dazu neue Wege ins menschliche Gehirn: sie bauen den Prototypen für ein System, das Gehirnaktivitäten nicht mehr wie bisher über Elektroden, sondern mit Hilfe eines Laserstrahls misst. Eine weitere Forschergruppe der TU Graz um den Computergrafik-Experten Dieter Schmalstieg untersucht so genannte „Augmented Reality“-Anwendungen, die Psychologin Christa Neuper von der Karl-Franzens-Universität befasst sich mit der Optimierung des Neurofeedbacks.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität Graz