Wenn das Stickoxid knapp wird

Schnelle Hilfe bei Wasser in der Lunge
© Universitätsklinikum Heidelberg

Das Höhenlungenödem stellt sich ab einer Höhe von 3.000 Metern ein. Da der Luftdruck immer weiter sinkt, kann der Bergsteiger nicht mehr genug Sauerstoff einatmen, die Blutgefäße in der Lunge ziehen sich zusammen. Bei einer starken Vasokonstriktion sammelt sich Flüssigkeit in den Lungenbläschen, der Betroffene atmet flach und rasch, das Herz schlägt schnell, die Körpertemperatur steigt. Wenn der Abstieg rechtzeitig gelingt, geht es dem Kletterer oft erstaunlich schnell besser. Die Erkrankung kann aber auch tödlich enden.

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg konnten nun durch Versuche in einem Höhenraum der Abteilung Sportmedizin zeigen, dass bei Personen, die für diese Erkrankung anfällig sind, bei Sauerstoffmangel das Endothel nicht mehr richtig funktioniert. Die Endothelzellen produzieren normalerweise Stickoxid (NO) und das lässt benachbarte Muskelzellen in der Wand von Blutgefäßen entspannen.

"Diese Endothelfunktion ist bei anfälligen Personen gestört, sobald sie in großer Höhe in Sauerstoffnot geraten," erklärt Dr. Berger, der Erstautor der Publikation. Stickoxid wird nicht mehr in ausreichender Menge produziert, die übermäßige Vasokonstriktion lässt ein Höhenlungenödem entstehen.

Diese Erkenntnis und weitere noch nicht publizierte Daten könnten nun neue Wege zur Behandlung des Höhenlungenödems aufzeigen. So fassen die Forscher Medikamente ins Auge wie die Potenzmittel Cialis und Viagra, um einem Höhenlungenödem vorzubeugen, da die eine Stickoxid-Wirkung verstärken.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg