Bei älteren Menschen trifft man häufig olfaktorische Dysfunktionen an. Warum ältere Menschen nicht mehr so gut riechen können, ist noch nicht völlig erforscht. Nun hat man die These aufgestellt, dass olfaktorische Dysfunktionen im Alter Vorbote einer Demenz vom Alzheimer-Typ sein könnten. In einer Studie sollte diese These geprüft werden.

Unternommen wurde diese Untersuchung von Wissenschaftlern am Rush University Medical Center, Chicago, USA. Diese Studie war Teil des „Rush Memory and Aging Project”. Alle Teilnehmer führten den “Brief Smell Identification Test“ durch. Dieser Test prüft in zwölf Punkten das Riechvermögen von Menschen. Dabei waren die erreichten Punktzahlen sehr unterschiedlich. Während einige der Probanden keinen Duft richtig erkannten (0 Punkte), blieben andere Teilnehmer fehlerfrei (12 Punkte).

Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 2.2 Jahren starben 166 Personen aus der Gruppe der Probanden. Sie waren im Durchschnitt 87.5 Jahre alt. Die Verstorbenen wurden obduziert. Dabei interessierten sich die Pathologen vor allem für Veränderungen in der Gehirnregion.

Beim Vergleich der histologischen Befunde im Gehirngewebe der Verstorben mit deren Leistungen im „Brief Smell Identification Test“ zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Anhäufung von Plaques und schlechtem Abschneiden im Test. Dies blieb auch so nachdem man Alter, Geschlecht und andere Faktoren herausgerechnet hatte.

Die Studienleiter sind sich demnach sicher: Wer im fortgeschrittenen Alter Schwierigkeiten hat, bekannte Düfte zu erkennen, könnte schon bald an einer Demenz vom Alzheimer-Typ erkranken. Sie fordern daher, olfaktorische Untersuchungen in das Testprogramm zur Früherkennung von Alzheimer-Demenzen aufzunehmen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry 2007, Vol. 78, S. 30-35