Bioinformatiker des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben das Computerprogramm entwickelt, das Chirurgen der Universitätsklinik Heidelberg nun erstmals bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskrebs) angewandt haben. Von der computergestützten Operationsplanung erwarten Informatiker und Mediziner eine bessere Orientierung des Arztes bei der Operation und damit eine für den Patienten sicherere Entfernung des Tumors.

Mitarbeiter der Abteilung Medizinische und Biologische Informatik haben unter Leitung von Professor Hans-Peter Meinzer und in Zusammenarbeit mit Radiologen des DKFZ die neue Software entwickelt. Das Computerprogramm wandelt zweidimensionale Daten einer Computer- oder Kernspintomographie in eine dreidimensionale Rekonstruktion um. Auf diese Weise wird ein in alle Richtungen drehbares Bild erzeugt, das Organe und Tumoren in räumlicher Beziehung zu benachbarten Strukturen darstellt.

Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die genaue Kenntnis der anatomischen Verhältnisse rund um den Tumor besonders wichtig, da in unmittelbarer Nachbarschaft verschiedene Organe und wichtige Blutgefäße liegen. Vor der Operation müssen die Chirurgen daher genau wissen, ob sich der Tumor auf das Pankreas beschränkt oder schon in das umliegende Gewebe eingewachsen ist.

Die dreidimensionale Darstellung vermittelt den Ärzten dabei eine exakte räumliche Vorstellung von Lage und Ausmaß der Geschwulst. Der Radiologe kann anhand dieser Bilder einen präziseren Befund erstellen. Dem Chirurgen ermöglicht dieses Verfahren, sich vor der Operation über die individuelle Anatomie seines Patienten genauestens zu informieren. Während des operativen Eingriffs hilft ihm das virtuelle Bild bei der Orientierung.

"Je mehr Informationen ich über den Tumor erhalte, desto besser stehen die Chancen für eine erfolgreiche Operation", sagt Professor Markus W. Büchler, Ärztlicher Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum