Westentaschen-Computer werden Klinikalltag verändern

Die so genannten "Persönlichen Digitalen Assistenten" (PDAs) könnten bei der Ärzteausbildung, im klinischen Alltag, in der Forschung und bei der Prozessoptimierung zum Einsatz kommen und gute Dienste leisten, so Baumgart in der Zeitschrift „The Lancet“.

"Notebooks sind einfach zu groß", erklärt Daniel Baumgart. "Aber mit dem kleinen elektronischen Begleiter können Ärzte während der Visite bequem Laborwerte und histologische Befunde abrufen, sofort auf neue medizinische Erkenntnisse über drahtlose Online-Dienste zugreifen, in Lehrbüchern nachschlagen oder Dosierung und Nebenwirkungen von Medikamenten überprüfen. Auf diese Weise werden wir in die Lage versetzt, eine wissenschaftlich fundiertere Medizin anzubieten." Bald werde es technisch sicherlich auch möglich sein, komplexe Bilder aus der Computertomographie, Magnetresonanz-Tomographie, Ultraschall oder Endoskopie einzuspielen.

Darüber hinaus könnten die Palm-Piloten auch auf dem Gebiet der Krankenhaus-Ökonomie unverzichtbar werden. "PDAs können Abrechnungsinformationen über Diagnosen und Prozeduren sekundenschnell erfassen, die Dateneingabe kann bequem über einen Kunststoff-Griffel oder Barcode-Scanner erfolgen", betont Daniel Baumgart. Dem Controlling stünden in der Folge umfassende Daten über OP-Zeiten, Fallzahlen und Eingriffe zur sofortigen Auswertung bereit.

Schließlich würden auch Patienten von den neuen Kleinst-Computern profitieren, indem sie beispielsweise elektronische Tagebücher führen und bestimmte Werte wie Atemfrequenz oder Sauerstoffsättigung messen lassen. Baumgart: "Denkbar ist, dass die PDAs die Werte überprüfen und vor Asthma-Anfällen oder Unterzuckerung warnen." Durch Überspielen dieser Daten würde zugleich die klinische Forschung vereinfacht.

MEDICA.de; Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin