Wie Alzheimergene wirken

Professor Paul Saftig von der Christians-Albrecht-Universität Kiel hat gestern den mit 100.000 € ausgezeichneten Hans und Ilse Breuer Preis für Alzheimerforschung erhalten. Der Preis wurde anlässlich der Eröffnung des 10. Eibsee-Meetings nahe Garmisch-Partenkirchen zum sechsten Mal in Folge verliehen und ist die höchst dotierte Auszeichnung für Alzheimerforschung in Deutschland. Mit dem Preis werden exzellente Forscher unterstützt, die zu entscheidenden Fort-schritten in der Alzheimer-forschung beitragen.

„Die bahnbrechende Arbeit von Professor Saftig ist für das Verständnis der Alzheimererkrankung und die Entwicklung entsprechender Medikamente von herausragender Bedeutung“, betont Professor Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität in München, Kuratoriumsmitglied der Hans und Ilse Breuer Stiftung.

Saftig war maßgeblich an der Identifizierung der biologischen Funktion von drei Genen beteiligt, welche die sogenannten Alzheimerscheren kodieren, die für die Entstehung der giftigen Ablagerungen im Gehirn verantwortlich sind. Seine Entdeckungen haben nicht nur zum Verständnis der Mechanismen der Alzheimererkrankung beigetragen, sondern bieten auch eine unentbehrliche Grundlage für zukünftige Therapieansätze, bei denen die Alzheimerscheren hoffnungsvolle Zielmoleküle sind.

Saftig wurde 1962 in Hennef (Sieg) geboren. Er hat Biologie in Bonn und in East Anglia (England) studiert. Schon während seiner Doktorarbeit bei Professor von Figura an der Universität Göttingen interessierte er sich für scherenartige Enzyme und deren Funktion bei menschlichen Erkrankungen. Seit 2001 ist Saftig Professor für Biochemie an der Christians-Albrecht-Universität Kiel. Er gehört zu den am häufigsten zitierten Alzheimerforschern Deutschlands und ist Co-Sprecher eines Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungsgemeinschaft.



MEDICA.de; Quelle: Hans und Ilse Breuer Stiftung