Wie Krankenhäuser miteinander kommunizieren

Wer kennt das nicht: Man wird krank und muss nun seine Leidensgeschichte den behandelnden Ärzten zum wiederholten Male erzählen. Denn die Kommunikation zwischen verschiedenen Gesundheitseinrichtungen läuft häufig schlecht - das ergeben Untersuchungen von Dr. Ursula Hübner, Professorin für Informatik im Gesundheitswesen an der Fachhochschule Osnabrück. "Die noch üblichen Arztbriefe in Papierform helfen kaum weiter", sagt die Forscherin. Die Lösung lautet: elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen auf Basis einer elektronischen Patientenakte.

In ihrer Studie aus dem Jahr 2002, an der sich 600 deutsche Akutkrankenhäuser beteiligt haben, hat Prof. Hübner festgestellt, dass nur 19 % der Krankenhäuser eine elektronische Patientenakte besitzen. Dagegen wurden in Labors, Stationen und klinischen Arbeitsplätze genügend Computer eingesetzt, die Mitarbeiter konnten einander mit notwendige Daten versorgen.

Die aktuelle Studie will feststellen, ob sich die elektronische Kommunikation in Gesundheitseinrichtungen verbessert hat. In einer bundesweiten Fragebogenaktion werden die Forscher der FH Osnabrück in jedem Akutkrankenhaus den kaufmännischen Geschäftsführer, den Ärztlichen Direktor und die Pflegedienstleitung dazu befragen. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Nutzung der elektronischen Patientenakte, der Zusammenarbeiten von verschiedenen Gesundheitseinrichtungen sowie der Weiterentwicklung ihrer IT- Ausstattung. In Niedersachsen werden die Wissenschaftler zudem Experteninterviews durchführen, um eine vertiefte Analyse der hiesigen Entwicklung zu ermöglichen.

Auch für das kommende Jahr ist eine ähnliche Umfrage geplant. Von den Ergebnissen dieser Studien werden die Herstellern der IT-Produkte, die Gesundheitseinrichtungen und somit auch die Patienten profitieren.

MEDICA.de; Quelle: Fachhochschule Osnabrück