Wie Prävention gelingt

Der Sammelband enthält die Ergebnisse des BMBF-geförderten Projektes „Demografischer Wandel und Prävention in der IT-Wirtschaft“. Am Forschungsverbund „DIWA-IT“ waren neben dem IAQ das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF/München) sowie das Büro Moderne Arbeitszeiten (Dortmund) beteiligt.

„Arbeitsausfälle und Leistungsprobleme, verursacht durch Stress und Burnout, treten in zunehmend mehr Unternehmen der IT-Branche offen zutage“, so die Herausgeber Doktor Anja Gerlmaier und Doktor Erich Latniak. Dennoch werde das Thema bisher eher als individuelles Schicksal betrachtet, dessen Ursachen primär in der Person, etwa ihrer Überengagiertheit, ihrem möglichen Alkoholkonsum oder gesundheitlichen Vorerkrankungen gesucht werden. Damit werde allerdings die Chance vertan, auch die arbeitsbedingten Ursachen für Überforderungen zu identifizieren. Durch betriebliche Prävention kann die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der „modernen Wissensarbeiter“ dauerhaft gesichert werden.

Neben einer Bestandsaufnahme der Belastungs- und Gesundheitssituation in der IT-Wirtschaft sollte in dem Projekt das Problembewusstsein für Fragen des demografischen Wandels und der Prävention in IT-Unternehmen und -Verbänden geschärft werden. Es ging um gute Praxislösungen für Arbeitsgestaltung und Unternehmenskultur und neue Präventionskonzepte speziell für verschiedene Phasen wie Berufseinstieg, Führung, Familienphase, ältere Beschäftigte. Erste Ergebnisse und Erfahrungen mit einem vom IAQ entwickelten Stresspräventionskonzept zeigen, dass etwa zwei Drittel der Teilnehmer auch ein Jahr nach Abschluss ihres Workshops die dort vermittelten Ansätze zur Stressminderung anwenden.

Zahlreiche Fallbeispiele belegen, wie Konzepte zur Stressprävention gemeinsam von Belegschaft, Management und Interessenvertretung erarbeitet und umgesetzt werden können. Unter anderem werden Ideen gerade für kleine und mittelständische Unternehmen vorgestellt, oder ein flexibles Arbeitszeitmodell in einem Pilotbetrieb, das den betrieblichen und Kunden-Anforderungen genügt und gleichzeitig durch individuelle Zeitspielräume und Pausengestaltung die Work-Life-Balance der Beschäftigten verbessert.


MEDICA.de; Quelle: Universität Duisburg-Essen