Wie der Kopf bei Gehschwierigkeiten mitspielt

Manchmal ist das Problem im Kopf -
nicht in den Muskeln; © Hemera

Arterien können mit zunehmendem Alter verkalken - wichtige Gehirnregionen werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dadurch fallen Funktionen aus, die von den betroffenen Hirnarealen gesteuert werden, wie eben das Gehen.

Fachleute bezeichnen diese Erkrankung als Subkortikale Arteriosklerotische Enzephalopathie, kurz SAE. Typisch für diese Patienten ist, dass die Probleme beim Gehen mit psychischen Veränderungen einhergehen und Störungen beim Wasserlassen auftreten. Werde der Zusammenhang rechtzeitig erkannt, könne zumindest das Fortschreiten der Erkrankung gehemmt werden, sagt Professor Johannes Jörg, Neurologe am Helios-Klinikum Wuppertal, der das MEDICA-Symposium „Neues in Diagnostik und Therapie der Altersneurologie“ leiten wird.

Entscheidend für eine bessere Durchblutung des Gehirns ist dann in erster Linie der Blutdruck. Die früher verbreitete Auffassung, gerade für eine gute Hirnleistung benötigten alte Leute ihren so genannten „Altershochdruck“, gelte längst nicht mehr. Auch im Alter sollte der Blutdruck unter 140/90 mmHg liegen, bei Diabetikern oder etwa bei Störungen des Fettstoffwechsels noch darunter.

Ein schlecht durchblutetes Gehirn kann aber auch eine andere Ursache haben, nämlich einen erhöhten Hirndruck, der die Gefäße verengt oder gar abdrückt. Diese Patienten haben zu viel Liquor, das nicht mehr richtig resorbiert wird. Sammelt sich zu viel davon an, erhöht sich der Druck im Schädel und Nervenbahnen werden schlechter mit Blut versorgt. Typisch bei diesen Patienten seien intermittierende Gangstörungen: Mal klappe es mit dem Gehen besser, mal eher schlechter. Das Ablassen von etwas Gehirnwasser durch eine Liquorpunktion bringt Entlastung – plötzlich können die Betroffenen wieder besser laufen.

MEDICA.de; Quelle: Dt. Gesellschaft zur Förderung der med. Diagnostik e. V.