Wie gesund lebt Deutschland?

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Viele Deutsche leben ungesund,
vor allem in jungen und mittleren
Jahren;© panthermedia.net/
Vedran Vukoja

Die Teilnehmer teilten mit, wie viel sie sich bewegen, was sie essen, wie gestresst sie sind und wie sie mit Alkohol und Zigaretten umgehen. Neben diesen fünf Gesundheitsbereichen erfragte der Report als zusätzlichen Schwerpunkt diesmal die psychische Ausgeglichenheit und das Schlafverhalten der Menschen.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen helle und dunkle Seiten beim Gesundheitsverhalten der Deutschen. Eine gute Entwicklung zeigt sich bei Tabak und Alkohol: Die Zahl der Raucher ist gegenüber dem Report 2010 gesunken (von 25 auf 22 Prozent), ebenfalls die Zahl der Menschen mit ungesundem Alkoholkonsum (von 19 auf 16 Prozent). In den anderen Gesundheitsbereichen gibt es aber keine Verbesserung: Wie in der Umfrage 2010 ernährt sich jeder Zweite nicht ausreichend abwechslungsreich, jeder Zweite empfindet ungesunden Stress, und die körperliche Aktivität ist gegenüber dem Report 2010 sogar gesunken. Die wenigsten Menschen mit gutem Gesundheitsverhalten finden sich in den mittleren Altersgruppen, die meisten im höheren Alter.

Der Anteil der Menschen, die gemäß ihrer eigenen Angaben übergewichtig sind, ist von 44 auf 46 Prozent gestiegen. Gleichzeitig halten inzwischen 79 Prozent der Befragten (2010: 65 Prozent) Übergewicht für „ein großes gesellschaftliches Problem“. 74 Prozent sprechen sich für ein Ampelsystem zur Kennzeichnung gesunder und ungesunder Lebensmittel aus.

„Wir fahren im Auto, arbeiten am Computer, und in der Freizeit steigt unsere Mediennutzung. Während wir uns dann in sozialen Netzwerken austoben, bleibt der Körper passiv“, sagt Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Dieses Verhalten spiegelt sich auch bei den Sitzzeiten der Befragten. Die längste Sitzzeit, nämlich durchschnittlich sechs Stunden pro Tag, wird von den jüngsten Teilnehmern der Umfrage angegeben, von den 18- bis 29-Jährigen. Interessanterweise bewegen sich übergewichtige Menschen gar nicht so viel weniger als der Durchschnitt. Erst bei einem krankhaften Übergewicht (Adipositas) sind stärkere Abweichungen im Gesundheitsverhalten zu sehen. „Zu wenig Bewegung ist zwar für jeden gesundheitsschädlich, macht aber nicht jeden dick“, sagt Froböse.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krankenversicherung (DKV)