Angesichts der Diagnose "Akute Lymphatische Leukämie" stellen sich Patienten zunächst die Frage: "Werde ich die Krankheit überleben?" Daran schließt dann meist eine Auseinandersetzung an, wie das Leben aussehen wird, wenn die Krankheit überstanden ist. "Für die Einschätzung der Heilungschancen können Ärzte heute auf umfangreiche Erfahrungswerte zurückgreifen. Prognosen zur langfristigen Lebensqualität und zu den Spätfolgen sind jedoch immer noch schwierig, weil es zu diesem Thema kaum Untersuchungen gibt", erklärt Dr. med. Nicola Gökbuget, Leiterin der Studienzentrale am Uniklinikum Frankfurt. "Diese Lücke wollen wir mit unserer Studie schließen", so die Projektleiterin.

Das auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt "Lebensqualität und medizinische Spätfolgen bei Langzeitüberlebenden nach akuter Leukämie des Erwachsenen" wird bis Ende 2007 laufen. Im Rahmen der Studie werden rund 700 ehemalige Patienten mit speziell entwickelten Fragebögen zu ihrem körperlichen und psychischen Befinden sowie zu ihrem sozialen Umfeld befragt. Ziel der Studie ist eine detaillierte Analyse der Lebensqualität und des medizinischen Zustands der sogenannten Langzeitüberlebenden, die zwischen 1984 und 1999 an deutschen Kliniken behandelt worden waren.

Dabei soll auch untersucht werden, ob und in welcher Form Alter, Geschlecht und psychologische Faktoren die Krankheitsbewältigung beeinflusst haben. "Bei der Behandlung von Leukämiepatienten geht es nicht nur um die Verlängerung der Lebenszeit im Sinne einer Heilung, sondern immer mehr auch um die Erhaltung einer akzeptablen Lebensqualität", erläutert Dr. Gökbuget.

MEDICA.de; Quelle: Johann Wolfgang Goethe-Universität