Wie sich Lymphgefäße entwickeln

Foto: Wissenschaftlerin im Labor

Das Verfahren soll zum besseren
Verständnis der Lypmphgefäßent-
wicklung beitragen; © Picture Desk

Die Forscher entwickelten ein Verfahren, mit dem Lymphgefäße unter Laborbedingungen kultiviert werden können. Ziel des Projekts unter Leitung von Professor Agnes Noël von der Universität Lüttich, Belgien, ist es, die Lymphangiogenese besser zu verstehen.

So ermöglicht das als "Lymphatischer Ringversuch" bezeichnete Verfahren erstmals, die verschiedenen Schritte der Lymphgefäßentwicklung - von der Entstehung neuer Lymphgefäße bis hin zur Differenzierung der unterschiedlicher Zelltypen zu einem Lymphgefäß - zu untersuchen. Auch können mit Hilfe dieses Kulturverfahrens Faktoren identifiziert werden, die die Neubildung von Lymphgefäßen regulieren.

Hauptbestandteil des in vitro-Kulturverfahrens sind Fragmente eines Lymphgefäßes (Ductus thoracicus) der Maus. Eingebettet in einem Kollagen-Gel entwickeln sich diese unter geeigneten Bedingungen zu einem verzweigten (3D-) Lymphsystem, wie elektronenmikroskopische und immunologische Nachweismethoden belegen. "Ein computergestütztes Verfahren erlaubt uns darüber hinaus die Quantifizierung der neu gebildeten Lymphgefäße", sagt Professor Jonathan Sleeman von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

Durch das gezielte Ausschalten von Genen in so genannten Knock- out-Mäusen lassen sich solche Gene aufspüren, die für die Entwicklung von Lymphgefäßen eine wichtige Rolle spielen. Mit Hilfe des neu entwickelten Verfahrens isolierten und kultivierten die Wissenschaftler den Ductus thoracicus einer Maus, der das Gen für eine als MMP-2 bezeichnete Matrix-Metalloproteinase fehlt.

Dabei stellten sie fest, dass die Lymphgefäßentwicklung dieser Maus beeinträchtigt ist, und identifizierten so MMP-2 als wichtigen Lymphangiogenese- Faktor. Damit ermöglicht es das neue Verfahren zu überprüfen, wie und ob sich bestimmte genetische Defekte bei Mäusen auf die Entwicklung des Lymphgefäßsystems auswirken.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Mannheim