Wieneke erhält Auszeichnung für drahtloses Modell

Wieneke erhielt den Preis kürzlich auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Bei dem neuartigen Konzept handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Klinik für Kardiologie und dem Institut für angewandte Physik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. "Durch diesen Ansatz könnten Menschen mit Herzschrittmachern viele Schwierigkeiten erspart bleiben. Dazu gehören beispielsweise der Bruch der Schrittmacherdrähte, das Herausrutschen der Stimulationssonde oder auch die Sondeninfektion", erklärt der Preisträger.

Gleichzeitig dämpft er zu schnelle und zu hohe Erwartungen: Das System sei zunächst am Tiermodell erprobt. Bis die ersten Patienten von den Vorteilen profitieren könnten, seien noch einige Hürden zu nehmen. Trotz technischer Weiterentwicklungen ist die Schrittmachertherapie auch heute noch mit einer hohen Komplikationsrate behaftet.

Der weitaus größte Teil der Schwierigkeiten ist hierbei auf die Sonden beziehungsweise die Schrittmacherdrähte zurückzuführen. Neben den direkten Schwierigkeiten wie beispielsweise dem Bruch der Drähte oder Lungenerkrankungen wird bei den meisten Patienten aufgrund der Sondenführung eine Stimulation durchgeführt, die im Hinblick auf die Herzfunktion ungünstig ist und mit der Neuentwicklung verbessert werden könnte.

In den letzten beiden Jahren ist in der Klinik für Kardiologie des Universitätsklinikums Essen in Kooperation mit Professor Erhard Kisker vom Institut für angewandte Physik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ein sondenloser Schrittmacher auf der so genannten Induktionstechnologie basierend entwickelt worden. Bei diesem Herz- Schrittmacher erfolgt die Energieübertragung über eine Sendeeinheit, die über dem Herzen implantiert wird. Geplant ist eine weitere Miniaturisierung und Erprobung des Systems.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Essen