Enterohämorrhagische Escherichia Coli (EHEC) verursachen bei Menschen akute, teilweise blutige Durchfallerkrankungen. Besonders bei Kindern kann es darüber hinaus zu einer Schädigung der Nieren bis zum Nierenversagen kommen. Menschen können sich durch Kontakt mit infizierten Tieren wie Rindern oder Schafen oder Menschen anstecken, häufig geschieht dies auch über Lebensmittel (Fleisch und Rohmilch), die mit EHEC kontaminiert sind.

Untersuchungen haben nun gezeigt, dass auch frei lebende Wildtiere EHEC ausscheiden und dass auch Wildfleischprodukte damit belastet sind. "Wildfleisch ist inzwischen als EHEC- Infektionsquelle für den Menschen bedeutender geworden als Rindfleisch", sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Diesen Schluss erlauben die Ergebnisse einer Erhebung des Nationalen Referenzlabors für die Epidemiologie der Zoonosen am BfR, das die Entwicklung von Lebensmittelinfektionen beobachtet.

Im Jahr 2002 waren drei Prozent der Wildfleischproben mit EHEC belastet, 2005 lag die Rate schon bei 14,8 Prozent. Damit lag der Anteil der belasteten Proben bei Wildfleisch in diesem Zeitraum deutlich höher als bei Rindfleisch. Nach den vorliegenden Daten sowie Daten anderer wissenschaftlicher Einrichtungen wird Wild als Reservoir für EHEC und Wildfleisch als Quelle möglicher EHEC-Infektionen des Menschen bisher unterschätzt.

Ein Forschungsprojekt des Nationalen Referenzlabors für Escherichia coli am BfR soll nun zum Beispiel klären, ob Wildtiere ein ursprüngliches Reservoir von EHEC sind, Nutztiere infizieren und damit indirekt auch Menschen. Weiter soll untersucht werden, ob der häufige Nachweis von EHEC in Wildfleischproben auf mangelnde Hygiene bei der Fleischverarbeitung zurückzuführen ist oder ob die Erreger bei Wildtieren besonders häufig vorkommen.

MEDICA.de; Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung