Der Preis wurde anlässlich der 13th European Conference on Developmental Psychology verliehen. Die Psychologin Cigdem Kagitcibasi ist Professorin an der Koc Universität Istanbul. Sie ist Gründungsmitglied der Türkischen Akademie der Wissenschaften und hatte über viele Jahre Führungspositionen in internationalen Fachorganisationen inne.

Die meisten Projekte Kagitcibasi mit Praxisbezug unterstützen Mütter und Kinder in schwierigsten sozialen Verhältnissen. Die Psychologin hat dazu zahlreiche Forschungsprojekte in der Türkei und in anderen Ländern geleitet. So führte sie über 22 Jahre eine Longitudinalstudie durch zur besseren Vorbereitung der Kinder auf die Schule und zur Sensibilisierung der Familie für die Entwicklungsbedürfnisse des Kindes.

Auf der Grundlage dieser Studie wurde dann das Mutter-Kind-Ausbildungsprogramm (Mother- Child Education Program, MOCEP) entwickelt. Die begleitende Evaluation zeigte beeindruckende Ergebnisse. Im Alter von 25 bis 27 Jahren wiesen die ehemaligen Programmteilnehmer, verglichen mit der Kontrollgruppe, eine höhere Bildung auf, hatten anspruchsvollere berufliche Positionen erreicht und sie nahmen aktiver an der heutigen Wissensgesellschaft teil. Für Länder mit gering entwickelter Infrastruktur noch wichtiger war die Erkenntnis, dass sich ein Mangel an vorschulischen Einrichtungen auch durch Schulung der Mütter zu Hause kompensieren ließ.

Der William Thierry Preyer Award for Excellence in Research on Human Development wurde in diesem Jahr erstmals vergeben. Er wurde von dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Dicke, Rektor der Friedrich- Schiller-Universität Jena, und von Prof. Dr. Rainer K. Silbereisen gemeinschaftlich gestiftet. Er soll zukünftig alle zwei Jahre auf der Tagung der europäischen Entwicklungspsychologen vergeben werden.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena