Winterstein-Preis geht nach Hamburg

Der Kardiologe erhielt die Auszeichnung für seine Arbeit in der Stammzellforschung, mit der die Regenerationsfähigkeit des Herzmuskels bei Herzinsuffizienz untersucht wurde. "Die Arbeit zeigt in beeindruckender Weise, wie Grundlagenforschung neue Perspektiven für die Behandlung von Herzpatienten eröffnen kann", sagte Professor Hellmut Oelert, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung, anlässlich der Preisverleihung in Frankfurt am Main.

Um die Therapie und damit vor allem die Lebensqualität von Patienten mit einer Herzinsuffizienz zu verbessern, setzen die Mediziner ihre Hoffnungen verstärkt auf die regenerative Medizin. Hierzu haben Bergmann und Kollegen die Rolle körpereigener Herz-Stammzellen genauer unter die Lupe genommen. Sie konnten tierexperimentell zunächst nachweisen, dass diese Zellen nach einem Infarkt in der Lage sind, Herzmuskelgewebe in geringem Ausmaß neu zu bilden und so die geschwächte Herzfunktion wieder zu stabilisieren.

Stimuliert man die Herz-Stammzellen dann durch Veränderung eines in den Zellen befindlichen Eiweißes - des Genschalters Beta-Catenin - lässt sich die beschriebene Regeneration des Gewebes deutlich steigern und die Pumpfunktion des Herzens verbessern, so die neue Erkenntnis der Forscher. Dies wiederum lässt sich zur Entwicklung neuer Therapien der Herzinsuffizienz auf pharmakologischer, zell- und gentherapeutischer Basis nutzen, die eine Verstärkung der körpereigenen Regeneration von Herzmuskelzellen zum Ziel haben.

Der Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung e.V. wird alljährlich für eine wissenschaftlich herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bevorzugt aus einem patientennahen Forschungsbereich, vergeben.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V.