Wirbelkitt vertreibt die Schmerzen

Manchmal eine brüchige
Angelegenheit; © Picture Disk

Wenn Wirbelkörper aufgrund von Osteoporose einbrechen, gibt es seit einigen Jahren als Therapie die Kyphoplastie. Dabei wird eine Kanüle mit einem Ballon in den gebrochenen Wirbel vorgeschoben, welcher aufgeblasen wird und den Wirbelkörper zu einem Hohlraum ausweitet. Der Hohlraum wird dann mit speziellem Biozement gefüllt. Der Wirbel wird stabilisiert, der Druck auf die Nerven und die Schmerzen werden weniger.

Der Biozement besteht aus Hydroxylapatit, einer Substanz, die das Knochenwachstum stimuliert. Er wird von neu gebildeten Blutgefäßen durchwachsen, um die sich Knochengewebe bildet. Die Heidelberger Laboruntersuchungen deuten darauf hin, dass der Biozement nach einigen Jahren vollständig durch eigenes Knochengewebe des Patienten ersetzt wird.

Das hohe Potential dieser Methode bestätigen nun Zwischenergebnisse einer Studie, die seit drei Jahren an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg durchgeführt wird: 30 Prozent der knapp 400 behandelten Heidelberger Patienten sind völlig schmerzfrei, bei 60 Prozent konnten die Schmerzen erheblich gelindert werden. Belastende Schmerzmedikamente konnten abgesetzt oder drastisch reduziert werden.

Zudem treten neue Wirbelkörperbrüche um 50 Prozent weniger häufig auf als bei den nicht behandelten Kontrollpatienten, obwohl alle Patienten wegen ihrer Osteoporose eine optimale medikamentöse Therapie erhielten. Offenbar können erhöhte Beweglichkeit und kräftigere Knochen den Patienten vor neuen Brüchen bewahren.

"Die Ergebnisse sind sehr viel versprechend", erklärt Professor Dr.
Dr. Christian Kasperk, Leiter der Studie und der Sektion Osteologie in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. "Allerdings sollten Therapieergebnisse wissenschaftlich überprüft und zusätzlich erforscht werden, ob der Biozement tatsächlich das Knochengewebe zu neuem Wachstum anregt."

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg