Wirbelsäulenanalyse in 3D

01.08.2016

Um für Patienten richtige Befunde zu erstellen, eine passende Therapie zu wählen und deren Erfolg zu messen, braucht es geeignete Verfahren. Für die Wirbelsäule werden hierbei 3D-Analysen mittels Videokameras eingesetzt. Gemeinsam mit der Firma Simi Reality Motion Systems hat der Studiengang Physiotherapie der FH St. Pölten ein solches Messsystem getestet und die Anwendungsfreundlichkeit erhoben.
Bild: 3D Wirbelsäulenanalyse; Copyright: Romana Bichler / Fachhochschule St. Pölten

Kardiotechniker Thomas Piroth (Life Systems, Mönchengladbach;links) und Anästhesist Peter Kliem (Arzt in Weiterbildung) mit dem Filter, der das Blut vom Chemotherapeutikum reinigt; ©Romana Bichler / Fachhochschule St. Pölten

Grundlage jeder physiotherapeutischen Behandlung ist ein Befund, durch den es möglich ist, Therapieziele zu formulieren, Ergebnisse der Behandlung zu überprüfen und die Therapie anzupassen. Systeme zum Messen der Beweglichkeit (z. B. der Gelenksausschläge und -winkel) sind hier ein wichtiges Instrument, um reproduzierbare Ergebnisse im therapeutischen Alltag möglich zu machen.

"Bei der Wirbelsäule ist dies schwieriger als bei anderen Körperteilen. Sie ist komplex. Die dreidimensionale Vermessung der Wirbelsäulenbeweglichkeit stellt daher eine besondere Herausforderung dar. Das erschwert den Befund und das Beurteilen der Therapieerfolge", sagt Romana Bichler, FH-Dozentin im Studiengang Physiotherapie und stellvertretende Leiterin des Studiums Digital Healthcare der FH St. Pölten.

Die Firma Simi Reality Motion Systems hat für diese Untersuchungen ein spezielles 3D-Wirbelsäulenanalyseverfahren entwickelt. Es nutzt farbige LED-Marker, die an verschiedenen vordefinierten Stellen am Rücken der zu vermessenden Person angebracht werden. Diese Marker werden von drei Videokameras erfasst und erstellen ein eindeutiges dreidimensionales Bild der Bewegungsabläufe und der Haltung der Wirbelsäule. Die Messdaten können in späteren Untersuchungen zum Vergleich herangezogen werden, um den Therapieerfolg zu beurteilen.

Entscheidend bei den Untersuchungen sind zwei Dinge: die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse und die Dauer der Untersuchung. "Eine effiziente Physiotherapie muss den Erfolg der Behandlung messen können. Dazu müssen Ergebnisse von Untersuchungen objektiv und reproduzierbar sein. Und die Vermessung selbst darf nicht lange dauern, damit Patientinnen und Patienten nicht zu viel Zeit für das Messen statt die eigentliche Physiotherapie verwenden müssen", sagt Bichler.

Im Rahmen von Bachelorarbeiten im Studiengang Physiotherapie wurde erhoben, wie zufrieden Physiotherapeuten mit dem Verfahren sind und wie die Analyse noch benutzungsfreundlicher gestaltet werden kann. Auf Basis der Studienergebnisse kann Simi Reality Motion Systems nun die Verfahren verbessern und optimieren.

Mehr über die Fachhochschule St. Pölten unter: www.fhstp.ac.at