Wirkmechanismus eines potenziellen Medikaments entschlüsselt

Sie untersuchten dafür eine neue Klasse von Wirkstoffen, sogenannte Inhibitoren („Hemmer“) des Hitzeschock-Proteinkomplexes. Die Inhibitoren des Hitzeschock-Proteinkomplexes hatten die Grundlagenforscher genauer unter die Lupe genommen. Klinische Studien mit solchen Inhibitoren bei verschiedenen malignen Erkrankungen, durchgeführt von US-amerikanischen Zentren, befinden sich in fortgeschrittenen Phasen (II und III).

In den Händen der Forscher zeigte sich: Nach Gabe der Inhibitoren war im Tiermodell die Ausbreitung von Brustkrebs deutlich verringert. Wie aber wird dieser Effekt erreicht? Weitere Forschungen ergaben: Offenbar spielt ein bestimmtes Genprodukt für die Regulation des Tumorwachstums eine kritische Rolle. Das Genprodukt „MIF“ für „Macrophage migration inhibitory factor“ wird durch den Hitzeschock-Komplex in der Tumorzelle stabilisiert und trägt so zum Überleben der Zelle bei. Diese Wechselwirkung verstärkt normalerweise den Krebs.

„Wir konnten in den Versuchen zeigen, dass die Wechselwirkung erfolgreich durch kleinmolekulare Inhibitoren verhindert wurde“, sagt Professor Ute Moll, die Initiatorin und Leiterin der Studie. „Noch muss aber untersucht werden, ob derselbe Ansatz auch bei Menschen funktioniert. Das kann noch Jahre dauern. Lediglich eine Grundlage ist nun geschaffen“, so Moll.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsmedizin Göttingen