Wirkstoffsuche per Computer

An den Forschungsarbeiten waren Doktor Klaus Hellmuth und Professor Walter Birchmeier vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch beteiligt. Das Protein Shp2 ist eine Tyrosinphosphatase, die Proteine wichtiger Signalpfade reguliert und so die Entwicklung und verschiedene Wachstumsvorgänge beeinflusst. Hellmuth erstellte ein Computermodell des aktiven Zentrums des Proteins, dem Bereich, der andere Komponenten des Signalpfades aktiviert.

Anschließend untersuchte er die Struktur von rund drei Millionen Wirkstoffen darauf, ob sie das modellierte, aktive Zentrum des Proteins blockieren können und fand dabei eine Substanz, die Forscher kurz PHPS1 (Phenylhydrazonopyrazolonsulfonat), nennen. In der Zellkultur konnten die Forscher mit PHPS1das Wachstum von Tumorzellen hemmen. Jetzt wollen sie prüfen, wie sich PHPS1 auf das Wachstum von Tumoren und andere Prozesse bei Tieren auswirkt.

Die Blockade von Signalpfaden ist allerdings nicht unproblematisch. "Es können dabei auch andere, lebenswichtige Prozesse gestört werden", gibt Birchmeier zu bedenken. "Was in einzelnen Zellen funktioniert, muss nicht für den Menschen gelten. Vor allem, wenn komplexe Signalpfade beteiligt sind. Nun wollen die Wissenschaftler weitere Wirkstoffe testen. "Von 500 Wirkstoffen schafft es meist nur einer in die Klinik, sagt Birchmeier.

MEDICA.de; Quelle: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch