Mit der zunehmenden Alterserwartung der Menschen in den Industriestaaten sieht sich die Gesellschaft immer stärker mit sozioökonomisch bedeutsamen Krankheiten konfrontiert. Zu diesen gehören die Amyloidosen, eine Gruppe von degenerativen, vorrangig im Alter auftretenden Krankheiten. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Morbus Alzheimer, die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und Diabetes mellitus Typ II. Bis dato ist die Pathologie der Amyloidosen keineswegs verstanden und es fehlen wirksame Therapiemöglichkeiten.

An der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickelte Dr. Simon Sauter mit seinen Mitarbeitern in einem durch das Bundesforschungsministerium geförderten Projekt ein zellbasiertes Verfahren, die MultiA-Lebendzelltechnologie (MALT), bis zur Marktreife. Basis der Technologieentwicklung bildeten Forschungsergebnisse des Jenaer Leibniz-Instituts für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut e. V.

MALT ermöglicht es, biologisch relevante Substanzen zur Behandlung von Amyloidosen zu identifizieren. "Gegenüber den sonst angewandten Methoden der Wirkstofffindung in diesem Bereich vereinigt unser Verfahren die wichtigsten Vorteile von automatisierbaren in vitro-Systemen und denen eines komplexen Tiermodells", erklärt Dr. Sauter. "Hohe biologische Relevanz bei verhältnismäßig geringem Zeitbedarf, guter Automatisierbarkeit und geringen Kosten - dadurch ist es möglich, gezielt Wirkstoffe zur Therapierung von Amyloidosen zu finden, die dringend benötigt werden, aber am Markt bislang nicht existieren."

Wenn möglichst bald wirksame Arzneimittel auf den Markt kommen, verkürzt sich für die betroffenen Patienten amyloider Erkrankungen die Zeit bis zur Linderung und Heilung ihrer schwerwiegenden Erkrankung, sind sich die Jenaer Forscher sicher.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena