Wirkung von Gingko Biloba nicht bewiesen

Ob das vermeintliche Wundermittel
Gingko bei Alzheimer hilft, ist noch
nicht bewiesen; © PixelQuelle.de

Das Problem ist, dass derzeit verfügbare Studien widersprüchliche Ergebnisse liefern. Zu dieser vorläufigen Schlussfolgerung kommt der Vorbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Laut Vorbericht liefern Studien zwar Hinweise, dass Demenz-Patienten, die mindestens 16 Wochen mit gingkohaltigen Präparaten behandelt wurden, die Aktivitäten des täglichen Lebens etwas besser bewältigen können als Patienten, die ein Scheinmedikament (Placebo) erhielten.

Dieser Unterschied ist aber zum einen nur gering. Zum anderen wurde er nur in zwei älteren Studien berichtet und konnte im jüngsten, methodisch einwandfreien klinischen Vergleich nicht reproduziert werden. Zweifel an diesem Nutzen werden auch dadurch gestützt, dass bei Patienten mit Alzheimer-Demenz die kognitiven Fähigkeiten (u.a. Merkfähigkeit) durch Gingko biloba offenbar nicht verbessert werden.

Auch zu anderen, für Patienten oder Angehörige bedeutsamen Therapiezielen wie etwa Lebensqualität, unerwünschten Nebenwirkungen oder Betreuungsaufwand, treffen die Studien keine verlässlichen Aussagen. Entweder wurden diese Aspekte gar nicht untersucht oder die Daten sind wegen methodischer Mängel nicht eindeutig interpretierbar.

Generell schätzt das IQWiG die Studienlage als unzureichend ein: Bei ihrer Recherche fanden die IQWiG-Wissenschaftler nur vier Studien mit insgesamt 983 Teilnehmern, die sie in die Nutzenbewertung einbeziehen konnten. Aufschluss könnte eine derzeit noch laufende, mit 400 Teilnehmern recht große britischen Studie geben. Allerdings ist unklar, wann deren Ergebnisse vorliegen werden.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen