Wirkung von Zimt ungeklärt

Foto: Zimtsterne

Besonders beliebt ist Zimt in Weih-
nachtsgebäck; © Stephanie Hof-
schlaeger/Pixelio.de

Eine aktuelle Übersicht zur Studienlage ergibt, dass die blutzuckersenkende Wirkung von Zimt bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden kann. Auch sind die Nebenwirkungen einer längerfristigen Einnahme nicht untersucht.

Zimt ist bereits als Arzneimittel für Verdauungsbeschwerden anerkannt. Mehrere Studien untersuchten nun auch die Wirkung von Zimt auf diabetesrelevante Stoffwechselfaktoren wie beispielsweise Insulinresistenz, Freisetzung von Insulin und blutzuckersenkende Wirkung.

Bislang gibt es kein eindeutiges Ergebnis: In einer klinischen Studie führte Zimt in Kombination mit Diät und Antidiabetika zu einer Blutzuckersenkung, allerdings waren die Effekte unabhängig von der eingenommenen Zimtdosis. Auch eine weitere Studie vermutet, dass Zimt bei gleichzeitiger Therapie mit Antidiabetika deren blutzuckersenkende Wirkung noch verstärkt. Weitere Parameter wie der HbA1c-Wert im Blut und Cholesterin blieben unverändert. Eine dritte Studie mit zwölf Patienten stellte hingegen keinen signifikanten Effekt von Zimt auf Blutzuckerspiegel, Insulin, HbA1c und Cholesterin fest.

Problematisch an den Ergebnissen ist, dass in den beiden Studien die Senkung des Blutzuckerspiegels sehr unterschiedlich ausgefallen ist. Ohne einschätzbare Wirkung von Zimt, riskieren Patienten eine zu starke Senkung und somit Unterzuckerung. "Patienten zu suggerieren, sie könnten damit ihre Stoffwechselsituation verbessern, wird den heutigen Standards in der Diabetestherapie nicht gerecht", betont Professor Hermann P. T. Ammon, Autor der Übersichtsarbeit.

Zudem befürchtet der Experte, dass Patienten ihre Krankheiten eher verharmlosen und sich einer ärztlichen Behandlung entziehen. Auch die Unbedenklichkeit von Zimt ist bisher nicht geprüft. Mögliche Folgen einer längeren Anwendung sind Leberschäden und Tumore.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft