Entsprechende Studienergebnisse wurden jetzt auf der 14th European Cancer Conference bekannt. 215 Patienten nahmen an einer Untersuchung teil, bei der man die Erfolge einer Akupunkturbehandlung gegen eine falsche Akupunktur testen wollte.

Alle Patienten hatten sich wegen diverser maligner Neoplasien einer Strahlentherapie unterziehen müssen. Während der gesamten Dauer der Bestrahlungen erhielten sie zwei bis drei Mal pro Woche randomisiert eine echte Akupunkturbehandlung oder eine „falsche“, bei der die Nadeln nicht richtig gesetzt wurden. Alle Behandlungen fanden am Unterarm statt.

Die Patienten wurden gebeten, ein Beschwerde-Tagebuch zu führen. Dabei zeigte sich, dass 68 Prozent der Patienten unter echter Akupunktur durchschnittlich 19 Tage lang Übelkeit verspürten. In der Gruppe der falsch Akupunktierten litten 61 Prozent 17 Tage lang an Übelkeit. 24 Prozent unter echter und 28 Prozent unter falscher Akupunktur mussten sich übergeben. Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen waren nicht signifikant.

Das Erstaunliche aber an der ganzen Untersuchung: Fast alle Patienten hatten den Eindruck, sie seien richtig akupunktiert worden und die Beschwerden hätten sich gebessert, wie Studienleiterin Ann Enblom von der Linkoping University in Schweden auf dem Kongress berichtete.

Enblom denkt, dass es sich hierbei um einen Placeboeffekt handelt. Viele Patienten und auch Ärzte sind der Meinung, dass Akupunktur nicht nur gegen Scherzen, sondern auch gegen Beschwerden in Zusammenhang mit radiotherapeutischer Behandlung hilft.

Zweite Beobachtung: In beiden Gruppen waren die Beschwerden geringer, als man nach Berichten aus anderen Studien erwartet hätte. Möglicherweise hat also bereits die bloße Zuwendung, welche die Probanden erhielten, ihre Beschwerden subjektiv gebessert.

MEDICA.de; Quelle: 14th European Cancer Conference Abstract 1103