Wirtschaftliche Lage verschlechtert sich

Foto: Stethoskop, Tabletten und Geld

Ein Grund für die schlechte wirtschaftliche
Situation der Hochschulmedizin sind Fehlent-
wicklungen in der Krankenhausfinanzierung;
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Zudem wird erwartet, dass sich die Situation bis 2015 zuspitzt. Das ist das Ergebnis einer internen Umfrage des Verbands der Universitätsklinika (VUD) bei seinen 32 Mitgliedern. Die Zahl der Universitätsklinika mit Fehlbeträgen bei den Betriebs- und Jahresergebnissen nimmt stark zu. Von den 29 Standorten, die sich beteiligten, gaben entsprechend nur noch zehn an, für 2012 ein positives Betriebsergebnis zu erwarten. „Nimmt man die Jahresergebnisse aller Uniklinika zusammen, fehlt ab 2012 ein höherer zweistelliger Millionenbetrag. Der signifikante Anstieg negativer Ergebnisse ist durch eine systembedingte Entwicklung bedingt“, ist Professor Michael Albrecht überzeugt.

Ein Grund für die schlechte wirtschaftliche Situation der Hochschulmedizin sind Fehlentwicklungen in der Krankenhausfinanzierung. Die Scherenproblematik im Entgeltsystem für die Krankenversorgung (DRG-System) verschärft sich zunehmend: Die Kosten für Personal, teure Medikamente und Energie steigen permanent schneller als die von den Krankenkassen gezahlten Entgelte. Zudem sind die von den Ländern zu zahlenden Investitionszuschüsse für die Krankenhäuser seit Jahren unzureichend und rückläufig. Entsprechend können weder die Krankenhausgebäude und die erforderliche IT-Ausstattung, noch die Forschung an medizinischen Innovationen ausreichend finanziert werden.

Die zentralen zusätzlichen Aufgaben für das deutsche Gesundheitssystem, die die Universitätsklinika erbringen müssen, sind ein weiterer Grund dafür, dass sich die Universitätsklinika zunehmend mit negativen Ergebnissen auseinander setzen müssen. „Die Universitätsklinika müssen ein breites Leistungsspektrum bieten, um die Basis für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten und die Forschung zu liefern. Entsprechend trifft die Hochschulmedizin die Art des Budgetierungs- und Entgeltsystems in besonderer Weise“, kommentiert Professor Heyo Kroemer, Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen, die Situation. Im Gegensatz zu der steigenden Zahl von Krankenhäusern, die sich auf besonders lukrative Leistungen spezialisierten, könnten Universitätsklinika Fallzahlsteigerungen in ausgesuchten profitablen Bereichen kaum verfolgen.

Zu den spezifischen Belastungen der Universitätsklinika zählen schwierige und komplizierte Fälle, die die Uniklinika als Endversorger behandeln müssen. Die nach dem Gesetz nur für Forschung und Lehre vorgesehenen Hochschulambulanzen übernehmen immer mehr die Sicherstellung der Ambulanzversorgung in weiten Teilen Deutschlands. Die klinische Erprobung und Erstanwendung von neuen medizinischen Produkten und Verfahren erfolgt zumeist in Innovationszentren der Universitätsmedizin. Auch die ärztliche Weiterbildung, die Vorhaltekosten für eine rund um die Uhr und alle notwendigen Disziplinen umfassende Notfallversorgung sowie die Versorgung von Patienten mit sehr seltenen Erkrankungen werden derzeit nicht annähernd ausreichend finanziert.

MEDICA.de; Quelle: Verband der Universitätsklinika (VUD)