Maschinenbau: Wirtschaftliche Produktion von Implantaten

05.06.2013
Foto: Mark Vehse

Mark Vehse an der von ihm entwickel-
ten Maschine, mit der Mikro-Implan-
tate für Auge und Ohr hergestellt werden; © Universität Rostock/Julia Tetzke

Mit enormer Geschwindigkeit erobert die Technik immer weitere Einsatzfelder: Mikroimplantate können bei zahlreichen Leiden helfen. Die Mikro-Stereolithographie ermöglicht ihre wirtschaftliche Produktion.

"Die Zukunft der Medizintechnik sind individuell angepasste Implantate", sieht Mark Vehse vom Lehrstuhl für Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik an der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Uni Rostock die großen Herausforderungen. Er hat eine neue Maschine entwickelt, die die bislang sehr kostenintensive individualisierte Herstellung von Mikrobauteilen bei gleicher Qualität erstmals wirtschaftlich attraktiv macht.

"Die Idee dazu hatte ich einfach so im Kopf", sagt der junge Forscher. "Wir haben unter anderem auf zwei teure Bauteile einer bereits in Forschungseinrichtungen laufenden Maschine verzichtet", sagt der gebürtige Wittenberger. Möglich wurde ihm das durch eine neue Generation von Diodenlasern. Nun steht der Prototyp, der von den Bauteilen her auf das Wesentliche reduziert ist und kürzlich auf einer Fachtagung vorgestellt wurde, in der Rostocker Maschinenbauhalle. "Die Maschine ist so weit entwickelt, dass ihrem industriellen Einsatz nichts mehr im Wege steht", ist Vehse stolz.

Die Medizintechniker dürfte es freuen, da sich die Maschine auch zur Herstellung von Mikroimplantate beispielsweise für Augen und Ohren eignet. Das Herstellungsverfahren, die so genannte Mikro-Stereolithographie, bei der aus 3D-CAD-Daten mit Hilfe eines flüssigen Harzes durch Einsatz von Lasertechnik schichtweise Kleinstbauteile gefertigt werden, hat schon einige entscheidende Hürden überwunden. Damit wird in Zukunft eine Technologie zur Verfügung stehen, die die Herstellung von passgenauen Mikro-Implantaten auf der Grundlage von Computertomographie-Aufnahmen des Patienten ermöglicht.

Der Rostocker Lehrstuhlinhaber Professor Hermann Seitz schätzt die "große Selbstständigkeit, Ausdauer und Kreativität, mit der Mark Vehse seine Idee umgesetzt hat". Er wird seine Erfindung am 13. und 14. Juni beim Rostocker Nachwuchswissenschaftler-Wettbewerb "Rostock's Eleven" vorstellen, auf dem Nachwuchsforscher ihre Ergebnisse populär präsentieren und von einer Jury, die mit Journalisten aus ganz Deutschland besetzt ist, bewertet werden.

MEDICA.de; Quelle: Universität Rostock