Frühere Untersuchungen haben bewiesen, dass Personen mit einer geringeren formalen Bildung eine geringe Kenntnis von Krebs-Risikofaktoren haben. Doch wie sieht es in den „besseren“ Bevölkerungsschichten aus, wo die Menschen gebildeter sind?

Diese Frage stellten sich Mediziner des University Medical Center in New York. Sie verteilten in den Wartezimmern verschiedener Abteilungen dieser Klinik anonyme Fragebogen, die freiwillig beantwortet werden konnten. Diese Umfrage sammelte demographische Informationen über die Probanden und fragte das Wissen über spezifische Risikofaktoren für Mamma-, Prostata-, Lungen-, Kolon-, Blasen-, Zervix- und Nierenkarzinome ab. Dies geschah im Stil von „Ja-Nein-Fragen“.

280 Patienten füllten den Fragebogen aus, etwa 63 Prozent waren Männer und 65,7 Prozent älter als 50 Jahre. 56,8 Prozent der Studienteilnehmer hatten ein College absolviert, was als höhere Bildung gilt.

98 Prozent der Befragten wussten, dass Rauchen ein Risikofaktor für Lungenkrebs ist. Doch nur 36,4 Prozent beziehungsweise 26,4 Prozent und 32,1 Prozent ordneten das Rauchen zu Recht auch dem Blasen- beziehungsweise Zervix- und Nierenkarzinom zu.

Dass eine positive Familienanamnese das Risiko eines Mammakarzinoms erhöht, hatte sich bei 80 Prozent der Befragten herumgesprochen. Dass dies auch für das Prostata- und Kolonkarzinom gilt, war jedoch nur 70 Prozent und 67 Prozent der Studienteilnehmer bewusst. Wesentlich geringer war das Wissen um die Rolle von Fetten in der Ernährung. Nur 43 Prozent, 48 Prozent und 36 Prozent ordneten dies zu Recht dem Brust-, Kolon- und Prostatakarzinom zu.

Als man diese Antworten mit der formalen Bildung der Probanden verglich, zeigte sich ein unerwartetes Ergebnis: Die Ergebnisse waren nämlich weitgehend unabhängig von der formalen Bildung der Probanden.

MEDICA.de; Quelle: Preventive Medicine 2006 Poster 1