Wissenschaftlerin aus Jena ausgezeichnet

Überreicht wird der Preis auf dem Bundeskongress "Demografischer Wandel und Lebensqualität", der vom Verband der Diätassistenten (VDD), vom Bundesverband Deutscher Ernährungs-Mediziner (BDEM) sowie vom Verband der Oecotrophologen (VDOE) ausgerichtet wird.

Katrin Kuhnt hat einzelne trans-Fettsäuren genauer untersucht. In ihrer Studie "Die delta9-Desaturation von supplementierten trans-Octadecensäuren (trans-11- und trans-12-18:1) und die klinische Relevanz für den Menschen" konnte sie nachweisen, dass die trans-11-Fettsäure, die sogenannte Vaccensäure, und die trans-12-Fettsäure keine negativen Wirkungen auf den Menschen haben.

"Die trans-Fettsäuren haben allgemein einen sehr schlechten Ruf, weshalb sogar über eine Kennzeichnungspflicht auf Lebensmitteln nachgedacht wird", sagt Kuhnt. Vor allem trans-Fettsäuren, die bei der industriellen Fetthärtung von pflanzlichen Ölen entstehen, stehen im Verdacht, koronare Herzerkrankungen zu begünstigen. Im Tierversuch wurde jedoch festgestellt, dass bestimmte Fettsäuren mit einer konjugierten Doppelbindung gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweisen.

In ihrer Studie konnte Kuhnt belegen, dass die trans-11-Fettsäure im menschlichen Körper in konjugierte Linolsäure (cis-9,trans-11-CLA) umgewandelt wird. Dieser CLA (conjugated linoleic acid) werden im Allgemeinen gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. Sie wirken antikarzinogen und antiinflammatorisch - das heißt, sie verringern die Risiken, an Krebs und Asthma zu erkranken.

Auf natürlichem Wege wird diese Fettsäure im Pansen und Geweben von Wiederkäuern gebildet und steht dem Menschen über die Milch oder das Fleisch von Rind, Schaf oder Ziege zur Verfügung. Besonders hoch ist der CLA-Gehalt in der Milch von Rindern, die viel frisches Gras und Kräuter fressen. "Die Alpenmilch ist also tatsächlich sehr gesund", bringt Katrin Kuhnt ihre Ergebnisse auf den Punkt.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena