Spannende Frage: Wie viel verstehen nicht-radiologisch tätige Klinikärzte eigentlich von den Strahlenbelastungen röntgenologischer Verfahren am Thorax? Dazu wurden innerhalb eines vierwöchigen Zeitraums 124 nicht radiologisch tätige Ärzte eines Universitätsklinikums anhand eines standardisierten Fragebogens zur Effektivdosis (ED) unterschiedlicher radiologischer Verfahren am Thorax befragt. Die Befragten kamen aus den Fachbereichen Chirurgie, Innere Medizin, Anästhesie und Neurologie.

39,5 Prozent der Ärzte schätzen die ED einer konventionellen Röntgen-Thoraxaufnahme (0,01 - 0,1 mSv) richtig ein, während 33,6 Prozent der Ärzte die ED einer Thorax-CT beim Erwachsenen (1 - 10 mSv) korrekt einschätzten. Die ED für eine Kardio-CT (10 - 100 mSv) beziehungsweise eine pädiatrische Thorax-CT ohne Dosisreduktion (10 - 100 mSv) wurde von 26,1 Prozent beziehungsweise 26,9 Prozent der Teilnehmer richtig eingeschätzt. 23,5 Prozent der Ärzte gaben die Relation der ED von konventioneller Röntgen-Thoraxaufnahme und Thorax-CT (Faktor 100 - 1000) korrekt an, während 72,3 Prozent das Verhältnis unterschätzten.

42,0 Prozent beziehungsweise 29,4 Prozent der Befragten gaben korrekt an, dass die ED einer pädiatrischen Thorax-CT ohne Dosisreduktion beziehungsweise eines Kardio-CT über der einer Thorax-CT beim Erwachsenen liegt. Weder die Berufserfahrung noch die Fachrichtung oder die Position der Befragten zeigten einen wesentlichen Einfluss auf die Testergebnisse

Da die Untersuchungszahlen in der Radiologie noch steigen dürften, mahnen die Studienleiter eine bessere radiologische Grundausbildung im Medizinstudium und praxisbezogenere Fortbildungsveranstaltungen an.

MEDICA.de; Quelle: Fortschr Röntgenstr 2007, Vol. 179, S. 261-267