World Antibiotic Awareness Week – Antibiotika: Mit Vorsicht behandeln

10.11.2016

Multiresistente Erreger (MRE) sind eine Bedrohung – nicht nur für den einzelnen Betroffenen, sondern für die gesamte moderne Medizin. In diesem Jahr hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum zweiten Mal die World Antibiotic Awareness Week ausgerufen. Unter dem Motto „Antibiotika: Mit Vorsicht behandeln“ will sie auf die Gefahren von resistenten Erregern aufmerksam machen und aufzeigen, was man dagegen tun kann.

Bild: Sehr viele Medikamente; Copyright: Panthermedia.net/RidvanArda

Die falsche und übermäßige Nutzung von Antibiotika führt zu einem rasanten Anstieg der multiresistenten Erreger. Mit der World Antibiotic Awareness Week will die WHO darauf aufmerksam; ©Panthermedia.net/RidvanArda

Tuberkulose, eine Blutvergiftung oder ein chirurgischer Eingriff – Antibiotika werden überall dort eingesetzt, wo sie Patienten vor tödlichen Krankheiten bewahren oder dafür sorgen, dass komplexe Eingriffe, wie zum Beispiel eine Operation, mit möglichst geringem Risiko durchgeführt werden können. Aus diesem Grunde ist es fatal, wenn immer mehr Erreger eine Resistenz gegen Antibiotika aufweisen.

Jedes Jahr sterben weltweit 700.000 Menschen durch MRE, trotzdem haben nur wenige Staaten dagegen Maßnahmen eingeleitet. Und auch das Wissen um MRE und um den korrekten Umgang mit Antibiotika unter der Bevölkerung ist gering, wie eine Umfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu diesem Thema deutlich gemacht hat.

Gründe für die rasant wachsende Anzahl an MRE gibt es viele: Viele Antibiotika werden unnötig verschrieben, Patienten brechen ihre Antibiotikabehandlung frühzeitig ab, in der Agrarwirtschaft wird Antibiotika exzessiv eingesetzt. Neue Antibiotika können hingegen kaum schnell genug entwickelt werden.

Im Mai 2015 hat die WHO einen globalen Aktionsplan verabschiedet, um der weltweiten rasanten Ausbreitung von MRE entgegenzuwirken. Die World Antibiotic Awareness Week ist Teil dieses Aktionsplans. Damit will die WHO die Beteiligten aller Ebenen – Politik, Gesundheitswesen, Agrarindustrie, Bevölkerung – auf die Gefahren der schnell wachsenden Anzahl an MRE aufmerksam machen und darüber informieren, was dagegen getan werden kann. Denn nur ein gemeinsames Vorgehen in allen Regionen der Welt und mit den Beteiligten aller Sektoren kann die Krise überwunden werden.     

Die Antibiotika-Woche findet vom 14. bis zum 20. November statt. Mehr Informationen zur Aktion der WHO finden Sie auf der offiziellen Kampagnenseite (www.who.int) und in den sozialen Netzwerken unter #AntibioticResistance.


Einen Einblick in die aktuelle Forschung rund um das Thema MRE und Infektionskrankheiten finden Sie auch auf MEDICA.de:

Gefährliche Keime schnell und sicher identifizieren und das am laufenden Band. Eine neue Laborstraße im Universitätsklinikum Heidelberg macht es möglich.
Krankenhaushygiene ist ein universelles Thema rund um die Welt. Aber gibt es auf diesem Gebiet auch universelle Fragen und Antworten?