Wurminfektion besser erkennen

Foto: DNA-Abschnitt

Durch den DNA-Test soll der Krank-
heitsnachweis einfacher werden;
© SXC

Der Erreger der Schistosomiasis ist ein kleiner Wurm, der so genannte Pärchenegel. Die Larven dringen durch die intakte Haut in den Menschen ein, reifen und wandern in die Leber, wo sich die Weibchen in einer breiten Längsfalte am Bauch der Männchen niederlassen. Gemeinsam wandern die Pärchenegel in die Venen des Darms oder des kleinen Beckens und lassen sich dort nieder.

Offenbar gelangt dann Wurm-DNA laufend in das Blut des Patienten. Die Weibchen produzieren massenhaft Eier, die zunächst die Wand der Blutgefäße, dann die Darm- bzw. Blasenwand durchdringen und mit Stuhl oder Urin ausgeschieden werden. Übertragungsort der Schistomiasis sind stehende Gewässer.

"Unser Test kann die DNA des Wurms anhand charakteristischer Merkmale nachweisen", erklärt Professor Christian Drosten, der die Arbeiten am Hamburger Tropeninstitut durchgeführt hat. In einer jetzt veröffentlichten Studie wird gezeigt, dass der neue Bluttest hochsensitiv ist und sowohl bei akut als auch bei chronisch Infizierten funktioniert. Zudem eignet er sich, um den Erfolg einer eingeleiteten Therapie zu überprüfen. "Die nachgewiesene DNA-Menge korrespondiert mit der Zahl der Erreger", betont Christian Drosten.

Bislang gestaltete sich eine sichere Diagnose der Schistosomiasis als schwierig. Zwar gibt es einen Antikörper-Test, der aber insbesondere akute Infektionen häufig nicht anzeigt. "Außerdem kann ein positives Testergebnis auch auf eine längst abgeheilte Infektion zurückzuführen sein", sagt Doktor Dominic Wichmann vom Universitätsklinikum Hamburg- Eppendorf. Standard ist seit Jahrzehnten der mikroskopische Nachweis der Eier der Pärchenegel im Stuhl oder Urin. Doch deren Verteilung ist so ungleichmäßig, dass nicht jede Probe einer infizierten Person auch zwangsläufig Eier enthält. Häufig mussten zur sorgfältigen Diagnostik daher Darm- oder Blasenspiegelungen durchgeführt werden.

MEDICA.de; Quelle: Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin