Yoga ist eine alte indische Technik. Sie hat zahlreiche positive körperliche Eigenschaften. Zu den besonderen Techniken des Yoga zählen unter anderem Übungen zur Atemregulation, positive Visualisierungstechniken und Meditation. All dies könnte sich für Krebspatienten hilfreich auswirken, da Yoga sowohl den Körper als auch den Geist anspricht.

Wissenschaftler des „Intregrative Medicine Program“ am University of Texas M.D. Anderson Cancer Center haben jetzt untersucht, ob Patientinnen mit einem Mammakarzinom von Yoga profitieren. Sie entwickelten ein spezielles Yogaprogramm, das unter anderem Dehnübungen, Atemübungen und Entspannungstechniken enthielt.

61 Frauen im Durchschnittsalter von 51 Jahren, die sich gerade wegen eines Mammakarzinoms einer Radiotherapie unterziehen mussten, wurden randomisiert einer von beiden Gruppen zugeteilt. In der Interventionsgruppe erhielten die Frauen während des gesamten Zeitraums der Radiotherapie zwei Mal pro Woche Yogaunterricht. Die Frauen der anderen Gruppe kamen auf eine Warteliste. Das heißt: kein Yoga.

Nach der Radiotherapie wurden die Patientinnen zu verschiedenen Aspekten ihres Befindens befragt, und das Ergebnis sprach ganz klar für die indische Technik: Selbst nach Herausrechnen störender Faktoren wie Tumorstadium und verstrichene Zeit seit der Diagnose zeigte sich ein signifikanter Vorteil für das Yoga: Sowohl hinsichtlich ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit als auch in Bezug auf ihr soziales Wohlbefinden waren die Frauen in der Yogagruppe deutlich zufriedener als die Frauen der Kontrollgruppe. Müdigkeit und Schlafstörungen traten in der Yogagruppe seltener auf als bei der Kontrollgruppe.

In Bezug auf Depression und Angststörungen musste Yoga allerdings passen. Diese Beschwerden waren in beiden Gruppen gleich häufig.

MEDICA.de; Quelle: American Society of Clinical Oncology (ASCO) Jahrestagung 2006, Abstract 8505