10.11.2006

ZVEI - Fachverband Elektromedizinische Technik

ZVEI fordert mehr Freiräume für Innovationen im Gesundheitswesen

ZVEI
Frankfurt am Main, 9. November 2006 – Medizintechnische Innovationen müssen im deutschen Gesundheitswesen schneller angewendet werden. Das forderte der Fachverband Elektromedizinische Technik im ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Vorfeld der MEDICA 2006 in Düsseldorf. Deutschland sei zwar ein wettbewerbsfähiger Standort für die Entwicklung und Fertigung von Medizintechnik. Allerdings beruhe der wirtschaftliche Erfolg der Branche primär auf dem Exportsektor. In Deutschland dagegen würden erfolgreiche Methoden der modernen Medizintechnik nicht konsequent flächendeckend eingesetzt.

Diese Situation gefährde die hohe Innovationskraft der Branche. Entwicklungs-Aufwendungen von bis zu zehn Prozent des Umsatzes würden sich nicht ausreichend rentieren. Zukünftig sei deshalb in Deutschland eine größere Offenheit für Innovationen in der Gesetzlichen Krankenversicherung ebenso erforderlich, wie neue Wege in der Investitionsfinanzierung bei öffentlichen Kliniken. „Wir brauchen eine Investitionsstrategie, die eine nachhaltige Modernisierung des Gesundheitswesens zum Ziel hat“, erläuterte Jochen Franke, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftsfragen im ZVEI-Fachverband. Der ZVEI unterstütze deshalb ausdrücklich die „HighTech-Strategie für Deutschland“, welche die Bundesregierung im Sommer dieses Jahres ins Leben gerufen hat.

„Die HighTech-Strategie kann aber nur erfolgreich sein, wenn Innovationen auch in Deutschland schnell zur Anwendung kommen“, mahnte Franke. „Die bundesweite Einführung der elektronischen Gesundheitskarte bietet hier großes Potenzial.“ Mit der Karte könne eine verlässliche Infrastruktur aufgebaut werden, die eine umfassende Nutzung und Integration aller gesundheitsrelevanten Daten ermöglicht. Moderne Diagnose- und Therapiesysteme könnten auf dieser grundlegenden Infrastruktur aufsetzen. Dadurch würde die Qualität der Versorgung bei gleichzeitig sinkenden Betriebskosten verbessert werden. Franke sagte: “Deutschland hat die Chance, hier einen Leitmarkt zu schaffen und bei dieser Technologie eine weltweit führende Rolle zu übernehmen.“

Insgesamt wird das wirtschaftliche Potenzial des Gesundheitswesens aus Sicht des ZVEI-Fachverbands immer noch unterschätzt. Dabei erwirtschafteten die mehr als vier Millionen Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft nach Verbandsangaben über zehn Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes. Im Jahr 2005 waren laut Franke in der gesamten medizintechnischen Industrie in Deutschland knapp 87.000 Menschen beschäftigt, davon ca. 24.000 in der elektromedizinischen Industrie. Die Branche habe dabei die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland in den letzten fünf Jahren um zehn Prozent steigern können.

Hinweis für die Redaktionen:
Diese Presseinformation finden Sie auch im Internet unter http://www.zvei.org. Der ZVEI-Fachverband Elektromedizinische Technik vertritt rund 100 Unternehmen aus den Bereichen medizinischer Diagnostik und Therapie. Der jährliche Umsatz der Mitgliedsunternehmen liegt bei drei Milliarden Euro, davon rund 60 Prozent im Ausland. Weitere Informationen zur Branche finden sich auf der Fachverbandshomepage (http://www.zvei.org/medtech) unter dem Link „Brancheninformationen“.