08.12.2006

ZVEI - Fachverband Elektromedizinische Technik

ZVEI fordert vernetzte Gesundheitsinfrastruktur

Anlässlich der eHealth-Konferenz 2006 in Berlin forderte Hans-Joachim Kamp, Vize-Präsident des ZVEI, den Aufbau einer vernetzten Gesundheitsinfrastruktur in Deutschland auf Basis der elektronischen Gesundheitskarte. „Nur durch das Zusammenspiel von Informationstechnologie und innovativer Medizintechnik können die Chancen für mehr Qualität und Kostensenkung im Gesundheitswesen optimal genutzt werden,“ sagte Kamp. Zusätzlich zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sei dafür eine Modernisierung der medizintechnischen Infrastruktur notwendig.

Kamp wies vor allem auf die Möglichkeiten hin, über telemedizinische Systeme die fachärztliche Betreuung in strukturschwachen Regionen sicherzustellen. Als weitere Anwendungsmöglichkeit nannte er die Versorgung und Überwachung chronisch kranker Patienten in häuslicher Umgebung. Derzeit verhindere allerdings ein Investitionsstau von 15 Milliarden Euro im deutschen Gesundheitswesen, dass Medizintechnik und Informationstechnologie zu derartigen Lösungen verbunden werden können. „Nur eine moderne technische Infrastruktur ist aber in der Lage innovative, IT-basierte Prozesse zu unterstützen“, erklärte Kamp.

Auch das Potenzial der Gesundheitswirtschaft für den Standort Deutschland werde durch den Ausbau dieser Hightech-Infrastruktur besser genutzt. Schon heute erwirtschaften mehr als vier Millionen Beschäftigte über zehn Prozent des deutschen Bruttoinlandprodukts. Die elektronische Gesundheitskarte und die dazu gehörenden Anwendungen werden aus Sicht von Kamp weitere Investitionen und einen Innovationsschub in Deutschland auslösen. Die dabei entstehenden Leitmärkte für innovative Lösungen und Konzepte könnten Deutschland eine international führende Rolle in der Gesundheitswirtschaft verschaffen. Kamp empfahl: „Um diese Chancen nicht zu verspielen, muss Deutschland konsequent den Weg zur Modernisierung und Vernetzung in der Gesundheitsinfrastruktur gehen.“