Zahl der HIV-Neuinfektionen stabil

Der Kampf gegen HIV ist noch längst
nicht gewonnen; © Hemera

Die Zahl der Neudiagnosen liegt damit zwar circa 50 Prozent höher als in den Jahren 1999 bis 2001, in denen der bisherige Tiefpunkt der Neudiagnosezahlen erreicht worden war, steigt aber derzeit nicht weiter an. "Das zeigt, dass hohe Meldebereitschaft, differenzierte Datenanalysen und zielgruppengenaue Aufklärung nach wie vor unverzichtbar sind", betont Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch- Instituts.

Männer, die Sex mit Männern haben, stellen mit 62 % der Neudiagnosen die größte Gruppe. Personen, die ihre HIV-Infektion durch heterosexuelle Kontakte erworben haben und nicht aus Ländern mit hohen HIV-Raten stammen (Hochprävalenzländer) stellen mit 17 % die zweitgrößte Betroffenengruppe. Die meisten dieser Infektionen fanden in Deutschland statt. Bei den heterosexuellen Männern, die sich im Ausland angesteckt haben (33 %), wurden als Infektionsregionen in erster Linie Südostasien und am zweithäufigsten Subsahara-Afrika genannt, während sich die im Ausland infizierten Frauen (19 %) überwiegend in Subsahara-Afrika infiziert haben.

Erfreulicherweise waren unter den sieben entdeckten Mutter- Kind-Übertragungen keine, die auf eine fehlende Testung der Mutter in einer Schwangerschaft in Deutschland seit Anfang 2005 zurückzuführen wäre.

Wird eine HIV-Infektion nicht rechtzeitig beim Auftreten gesundheitlicher Probleme diagnostiziert, kann sich der klinische Zustand der Patienten so weit verschlechtern, dass eine dann schließlich nach erfolgter HIV-Diagnose eingeleitete Behandlung zu spät beginnt und der Tod des Patienten damit nicht mehr verhindert werden kann. Die Analyse zeigt, dass etwa ein Drittel der Todesfälle möglicherweise auf das zu späte Erkennen einer HIV-Infektion zurückzuführen sind.

MEDICA.de; Quelle: Robert Koch-Institut