Wenn Eltern oder Lehrer sich darüber beklagen, dass ein Kind unruhig ist, unkonzentriert und Schwierigkeiten beim Schlafen hat, sollten Ärzte nicht vorschnell zur Diagnose "Attention Deficit/Hyperactivity-Syndrome (ADHD)" greifen. Sinnvoller ist, sich zunächst den Flüssigkeitskonsum des Zappelphilipps anzusehen.

In einer kleinen, doppel-blinden Studie nahmen 20 Kinder aus einer 1. Klasse teil, zehn Jungen und zehn Mädchen. Innerhalb einer zweiwöchigen Studienphase wurden die Kinder immer wieder drei Stunden lang verschiedenen Tests unterzogen: Zuvor gab man ihnen randomisiert eine definierte Menge koffeinierten Cola-Getränks oder die gleiche Menge koffeinfreien Colas. Außerdem gab man den Kindern Geld, damit sie sich nach Wunsch weitere Mengen des ihnen zugewiesenen Getränks kaufen konnten. Danach bat man die Lehrer der Kinder, die nicht wussten, was die Kinder getrunken hatten, deren Verhalten zu beurteilen. Dazu diente der modifizierte "Connors-Test".

An den Studientagen konsumierten die Kinder deutlich mehr koffeinhaltige Cola als koffeinfreie (p gleich 0.03). An Tagen ohne Koffein hatten die Kinder einen durchschnittlichen Connors-Score von 1.55. Wenn sie Cola tranken dagegen von 7.0 (p gleich 0.002). 60 Prozent der Kinder zeigen an den Tagen mit koffeinhaltiger Cola einen erhöhten Connors-Score. Bei weiteren 15 Prozent war es jedoch umgekehrt: An koffeinfreien Tagen stieg bei ihnen der Connors-Score deutlich an (p gleich 0.008). Die anderen 25 Prozent hatten beides getrunken und wurden daher von der Studie ausgeschlossen.

Das Ergebnis dieser Studie sollte nach Ansicht der Studienleiter die Empfehlung der Ärzte unterstützen, Kindern möglichst wenig Koffein zu geben. Außerdem sollte der Verkauf von Softdrinks in Schulen untersucht und unter Umständen auf den Verkauf koffeinierter Limonaden verzichtet werden, schreiben die Studienleiter.

MEDICA.de; Quelle: American Psychiatric Assocation 2005 Annual Meeting: Abstract NR45