Zeitpunkt entscheidend für Impferfolg

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Wirksamkeit einer Impfung hängt
vom richtigen Zeitpunkt ab; © SXC

Während es zu verschiedenen Impfvektoren zahlreiche Studien gibt, war bisher nur sehr wenig darüber bekannt, wie Antigene präsentiert werden müssen, um eine optimale Immunantwort zu erzielen. Obwohl das häufig eingesetzte modifizierte Vaccinia Virus Ankara (MVA) professionelle antigen-präsentierende Zellen (APC) effizient infiziert, führt diese Art der Präsentation nicht zu einer wirksamen Aktivierung der „Killerzellen“ des Immunsystems, der zytotoxischen CD8+-Zellen.

Stattdessen erfolgt die Aktivierung hauptsächlich dadurch, dass Antigene, die von anderen infizierten Zellen gebildet wurden, von nicht-infizierten APC aufgenommen, verarbeitet und an die Zelloberfläche transportiert werden, um so die CD8+-Zellen antigen-spezifisch zu aktivieren (Cross- priming). Am besten funktioniert dieser Präsentationsweg mit stabilen Proteinen, die den aufnehmenden APC möglichst lange zur Verfügung stehen.

Wissenschaftler entdeckten nun, dass nach einer Auffrischungsimpfung mit MVA-Impfstoffen CD8+ T-Zellen, die gegen unterschiedliche Antigene reagieren, miteinander konkurrieren. Wer sich bei dieser Kreuzkompetition durchsetzt, hängt stark davon ab, zu welchem Zeitpunkt im viralen Lebenszyklus die entsprechenden Antigene gebildet werden: CD8+ T-Zellen, die infizierte Zellen schnell erkennen können, weil sie auf in frühen Stadien gebildete Antigene reagieren, haben normalerweise die Nase vorn.

In klinischen Impfstudien gegen HIV oder Malaria zeigten MVA-Impfstoffe bisher nur eine sehr schwache Immunogenität. Da diese getesteten MVA-Impfstoffe Zielantigene enthielten, die für Cross-priming ungeeignet sind, könnten die Erkenntnisse der Helmholtzforscher helfen, diese Impfstoffe deutlich zu verbessern.

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz Zentrum München