Zellbiologe Reinhard Jahn ausgezeichnet

Sein Hauptinteresse ist dabei, die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen der Signalübertragung aufzuklären. Jahns Arbeiten haben maßgeblich dazu beigetragen, Schlüsselproteine zu identifizieren, die an diesem komplexen Prozess beteiligt sind.

Signale werden zwischen Nervenzellen durch Botenstoffe übertragen, die von der Senderzelle abgegeben und von der Empfängerzelle erkannt werden. Im Zellinneren werden die Botenstoffe in winzigen membranumschlossenen Bläschen gespeichert. Soll ein Signal weitergegeben werden, verschmelzen die Vesikel mit der Zellmembran. Dabei werden die Botenstoffe freigesetzt und lösen in der empfangenden Zelle ein Signal aus. Der gesamte Vorgang ist äußerst schnell und dauert nur wenige 10.000stel Sekunden.

Jahn hat entscheidende Beiträge zum Verständnis der Membranverschmelzung geleistet, die durch eine Gruppe besonderer Proteine vermittelt wird. Er hat einige dieser Proteine identifiziert, sowie die Struktur und Funktionsweise der molekularen Fusionsmaschinerie charakterisiert, wobei er einzelne Reaktionsschritte im Reagenzglas rekonstruiert hat. Diese Arbeiten sind nicht nur für die neurobiologische Forschung, sondern für die gesamte Zellbiologie von großer Bedeutung.

Der Sir-Bernard-Katz-Preis der "Biophysical Society" wird zur Erinnerung an das Lebenswerk des Nobelpreisträgers Sir Bernard Katz vergeben.

MEDICA.de; Quelle: Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie