Zerebralparese mindert nicht die Lebensqualität

Bild: Vier Kinder

Kinder mit Zerebralparese freuen
sich genauso ihres Lebens wie Kinder
ohne Behinderung; © Pixelio.de

Die Zerebralparese ist eine irreversible Schädigung des Gehirns und häufigste Ursache für körperliche Behinderung in der Kindheit. Sie geht meist mit Einschränkungen von Denkfähigkeit und Sinnesfunktionen einher. Etwa zwei von 1000 Neugeborenen in allen europäischen Ländern sind davon betroffen. Bisher war wenig bekannt über die Lebensqualität der Kinder, über ihre Teilhabe am öffentlichen Leben, ihre Einschränkungen, aber auch über ihre Bewältigung alltäglicher Probleme.

In der jetzt veröffentlichten europaweiten Studie wurden mehr 818 Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren zu ihrer Lebensqualität befragt, davon 75 in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Kinder in den Bereichen seelisches Wohlbefinden, Selbstwahrnehmung, sozialen Unterstützung, Schulumgebung, finanzielle Möglichkeiten und soziale Akzeptanz nicht von der von Kindern ohne Behinderung unterscheidet. Eine Behinderung bedeutet also keineswegs eine negative Wahrnehmung des Wohlbefindens, obwohl Einschränkungen in der Teilnahme am sozialen Leben nachweisbar sind.

Unterschiede in anderen Bereichen konnten mit spezifischen Funktionsstörungen erklärt werden: Kinder mit schlechterer Gehfähigkeit und solche mit Schmerzen berichten über schlechte Lebensqualität im Bereich körperliches Wohlbefinden; Kinder mit größeren Einschränkungen der Denk- Fähigkeiten über eingeschränkte Lebensqualität in den Bereichen Gefühle, Stimmungen und Autonomie.

Diese Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass Kinder mit einer seit der Geburt bestehenden Körperbehinderung dies nicht als aktuelle Beeinträchtigung oder Erkrankung wahrnehmen, sondern als ihren natürlichen Zustand. Ein weiteres wichtiges Ergebnis: die Lebensqualität hängt stark von sozialen und Umweltfaktoren ab, davon, wie Familie, Freunde, Schule und die Umgebung mit den Kindern umgehen.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein