Die perinatale Motalität bei Neugeborenen mit starkem Untergewicht ist deutlich zurück gegangen in den vergangenen Jahrzehnten. Da stellt sich unter anderem die Frage, ob dieser Fortschritt mit einer Zunahme infantiler Zerebralparesen bei diesen Kindern erkauft ist.

Dies scheint nicht der Fall zu sein, wie jetzt eine neue internationale Studie vermuten lässt. Wissenschaftler der University of Liverpool haben diese Studie unternommen und dazu Daten aus 16 europäischen Ländern herangezogen. Die Daten stammen aus der „Surveillance of Cerebral Palsy in Europe (SCPE)“-Datenbank, die 1998 etabliert wurde.

Diese Studie zeigt, dass im Jahre 1980 genau 60.6 pro 1.000 Lebendgeborenen mit einem deutlichen Untergewicht von weniger als 1.500 Gramm von einer infantilen Zerebralparese betroffen waren. Im Jahre 1996 betraf das nur noch 39.5 pro 1.000 untergewichtige Babys. Als man dies genauer in Bezug auf die Untertypen infantiler Zerebralparesen analysierte, konnte man feststellen, dass von diesem Rückgang der infantilen Zerebralparesen vor allem die bilateralen betroffen sind.

Dies ist wohl auf den medizinischen Fortschritt zurückzuführen. Man weiß aber nicht, was genau zu dieser Abnahme infantiler Zerebralparesen geführt hat. Unklar ist zum Beispiel, wie sich das Risiko dieser Komplikation bei den beatmeten versus den nicht-beatmeten Neugeborenen verändert hat.

Kommentatoren weisen darauf hin, dass dies noch immer nicht ausreiche. So sind 35.2 Prozent der Kinder mit bilateraler infantiler Zerebralparese dauerhaft unfähig zu laufen, 23.5 Prozent weisen mentale Schäden auf. Da zugleich die Zahl stark untergewichtiger Neugeborener in den letzten Jahren angestiegen ist, fordern die Kommentatoren weitere Anstrengungen, um die Situation zu verbessern.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2007, Vol. 369, S. 43-50