Zielgenau treffen

Das Emmy Noether-Programm bietet promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nach einem Auslandsaufenthalt die Möglichkeit, durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe die Befähigung für eine Laufbahn als Hochschullehrerin oder Hochschullehrer zu erwerben.

Der Titel der neuen Gruppe lautet: „Untersuchungen zum besseren Verständnis und zur Vorhersage der Wechselwirkungen von kleinen Molekülen und Proteinen“. „In unserer Arbeitsgruppe dreht sich alles um die Interaktionen, die Eiweißverbindungen mit ihren Bindungspartnern eingehen“, erläutert der Nachwuchsgruppenleiter.

„Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Selektivität der Interaktion gelegt“, führt Kolb weiter aus, „also darauf, wie zielgenau ein Protein getroffen wird“. Die Bindung eines kleinen Moleküls an mehrere Proteine kann zu großer Wirksamkeit führen, wenn es sich um eine Interaktion mit krankheitsrelevanten Proteinen handelt; es kann aber auch zu schweren Nebenwirkungen kommen, falls die Bindungspartner an die falschen Proteine koppeln. Ziel der Forschung sei es, Moleküle mit ganz bestimmten Interaktionsmustern vorherzusagen und bestehende Wirkstoffe zu verbessern, erklärt Kolb. „Solche Moleküle könnten später auch als Werkzeuge eingesetzt werden, um Wechselwirkungen von Proteinen mit anderen Proteinen zu erforschen“, erwartet der Biochemiker.


MEDICA.de; Quelle: Philipps-Universität Marburg