Zu hoch und zu tief schlägt aufs Gedächtnis

Kopfarbeit leistet man am besten
mit optimalem Blutdruck
© Hemera

Teilnehmer dieser Studie waren 847 Männer und Frauen. Bis zu sieben Mal in elf Jahren absolvierten sie Tests zur kognitiven Leistungsfähigkeit. In diesen Tests wurden unter anderem das verbale und non-verbale Erinnerungsvermögen getestet, sodann die Aufmerksamkeit, grob- und feinmotorische Schnelligkeit und andere Parameter kognitiver Leistungsfähigkeit.

Nachdem die Wissenschaftler um Dr. Shari R. Waldstein von der University of Maryland in Baltimore (USA) Alter, Bildungsgrad, Geschlecht, Alkoholkonsum, Raucherstatus und andere Variablen statistisch herausgerechnet hatten, zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen dem Blutdruck und der kognitiven Leistungsfähigkeit über die Zeit.

Zum Beispiel gibt es einen nicht-linearen Zusammenhang zwischen dem systolischen Blutdruck und dem nonverbalen Gedächtnis. Dieser Zusammenhang zeigt sich vor allem bei Menschen, die älter als 80 Jahre sind und einen hohen systolischen Blutdruck haben.

Bei Menschen mit niedriger formaler Bildung zeigte sich ein Zusammenhang zwischen sowohl ungewöhnlich hohem als auch sehr niedrigem diastolischen Blutdruck und verschiedenen kognitiven Funktionstests.

Insgesamt kann man festhalten, dass der Zusammenhang zwischen dem Blutdruck und kognitiver Leistungsfähigkeit meist nicht-linear ist und beeinflusst ist vom Alter, der Ausbildung und der Einnahme antihypertensiver Wirkstoffe. Zum Monitoring kognitiver Leistungsfunktionen sollte das Blutdruckmessen daher immer dazu gehören, schreiben die Autoren zu ihrer Studie.

MEDICA.de; Quelle: Hypertension 2005, Vol. 45, S. 374-379