Das behaupten US-Wissenschaftler, nachdem sie in verschiedenen Krankenhäusern 129 Patienten mit chirurgischen Infektionen und 564 Patienten mit einer MRSA-Bakteriämie untersucht haben. Nur 57 Patienten mit Wundinfektionen (44,2 Prozent) erhielten Antibiotika, die am Tag der Diagnose gegen MRSA aktiv waren. Sieben Tage nach der Diagnose wurden 95 Patienten (73,6 Prozent) mit einem MRSA-aktiven Antibiotikum versorgt. Deutlich mehr als am ersten Tag, aber immer noch zu wenig nach Ansicht der Studienleiter.

Auch bei den Patienten mit MRSA-Bakteriämie war die Behandlung nach Ansicht der Wissenschaftler suboptimal: 216 (38,3 Prozent) erhielten MRSA-aktive Antibiotika am ersten Tag und 383 (67,9 Prozent) nach sieben Tagen. Diese Ergebnisse waren unabhängig vom Krankenhaustyp. Also auch sehr gut ausgerüstete US-Krankenhäuser schnitten nicht wesentlich besser ab als „Landkrankenhäuser“.

Dieses Ergebnis ist Besorgnis erregend, meinen die Studienleiter. Eine der wenigen Waffen, die man gegen MRSA habe, sei eine frühzeitige Antibiose. Dies werde noch zu wenig konsequent durchgeführt, so heißt es.

MEDICA.de; Quelle: Clinical Infectious Diseases 2008, Vol. 46, S. 1568-1577